Wien - Bis Freitag werden voraussichtlich wenigstens 15 Bieter ein unverbindliches Offert für die zum Verkauf stehende Gewerkschaftsbank Bawag P.S.K. stellen, schreibt die Tageszeitung "Kurier" (Donnerstagausgabe). Nach den vorliegenden Informationen sei das Interesse durchaus groß. Bei den Interessenten handle es sich fast ausschließlich um ausländische Gruppen, darunter auch große Investmentfonds, so die Zeitung.

Folgende Institute seien an der Bawag P.S.K. interessiert: Bayerische Landesbank, OTB (Ungarn), Allianz-Versicherung, Deutsche Postbank, DZ-Bank (Deutschland), Bank Austria Creditanstalt (BA-CA)/Unicredit, Intesa/Generali sowie - als neuer Interessent - der französische Credit Agricole.

Russen unter den Interessenten

Erwartet werde auch, dass sich Raiffeisen wenigstens an dieser Runde noch beteiligen wird. Ob die DZ mitmacht, sei noch nicht klar. Dazu komme wahrscheinlich die ukrainische Ukrpodshipnik, die sich um die Bank Burgenland bemüht hat. Auch eine russische Bank sei unter den Interessenten.

Schwer durchschaubare Gruppen seien als Bieter eher unwahrscheinlich, da die Finanzmarktaufsicht bei Banken ihre Zustimmung zum Verkauf geben müsse. Spannend werde es bei den großen Investmentfonds, die gerne als "Heuschrecken" bezeichnet werden. Aus Banken sei zu hören, so die Zeitung, dass sich wenigstens vier derartige US-Fonds um die Bank bemühen: Cerberus, Apollo, Flowers, Texas Pazific Group. Hinter den klingenden Namen verbergen sich milliardenschwere Fonds, die in Banken investieren.

Die Möglichkeit, dass der ÖGB die Bank ausgerechnet an eine "Heuschrecke" verkauft, sei - so Banker - nicht zu unterschätzen, schreibt die Zeitung weiter. Denn diese werden beim Preis deutlich höher gehen können als strategische Investoren dies üblicherweise tun.

Im bis Freitag abzugebenden unverbindlichen Offert müssen bereits Preisvorstellungen genannt werden. Eingesammelt werden die Unterlagen von der Investmentbank Morgan Stanley. Der ÖGB als Verkäufer hoffe auf einen Verkaufspreis um 2,5 Milliarden Euro. Als Kaufpreis mindernd machen Interessenten geltend, dass es aus dem Refco-Vergleich (etwa steuerliche) Unsicherheiten gibt, heißt es. (APA)