Berlin - Die spanische Regierung hat erste Kontakte mit der baskischen Untergrundorganisation ETA in den kommenden Wochen angekündigt. "Ja, es werden Vorreiter sein, präliminare Kontakte", sagte Spaniens Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero der Wochenzeitung "Die Zeit" der Online-Ausgabe vom Mittwoch zufolge auf eine entsprechende Frage. Für Verhandlungen, die zu einem Frieden führen sollen, brauche man aber "demokratische Geduld".

"Ich habe der spanischen Gesellschaft gesagt, dass es ein langer, harter und schwieriger Weg sein wird, aber dass es sich für den Frieden lohnt, ihn zu gehen", sagte Zapatero. "Wer aus der Überzeugung her kommt, dass Gewalt nützlich sein kann, der braucht eben lange, um sich von diesem Irrtum zu lösen", fügte er mit Blick auf die ETA hinzu.

"Schlüssel"

Zapatero nannte zwei "Schlüssel", die zum Erfolg führen könnten: "Ein baskischer Radikaler akzeptiert künftig zweierlei: Erstens: Nichts rechtfertigt die Gewalt und den Tod einer Person; zweitens: Die baskische Identität wird fortbestehen, wachsen und sich weiter entwickeln."

Zapatero hatte schon vor Wochen angekündigt, seine Regierung werde Friedensverhandlungen mit der ETA aufnehmen. Die Gruppe hatte zuvor einen Waffenstillstand ausgerufen und sich für Gespräche mit der Regierung in Madrid offen gezeigt. Die Opposition und Opferverbände kritisierten die Verhandlungen scharf. Sie trauen dem Friedensangebot der Separatisten nicht. Die ETA begann vor 38 Jahren mit Gewalt für die Unabhängigkeit des Baskenlandes in Spanien und Frankreich zu kämpfen. Seitdem sind mehr als 800 Menschen dabei getötet worden. (APA/Reuters)