Peking - Umweltschäden kosten China nach unvollständigen Berechnungen jedes Jahr mindestens 511 Milliarden Yuan (51 Milliarden Euro) oder 3,05 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs", kommentierte Vize-Umweltminister Pan Yue am Donnerstag die Vorlage des ersten Berichts über die "grüne Wirtschaft". "Es ist erst der Anfang unserer Berechnungen", sagte Pan Yue nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. "Unseres Formel ist noch unvollständig."

In früheren Schätzungen wurden die jährlichen Umweltschäden sogar auf acht bis zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung beziffert. In der neuen Kalkulation sind bisher nur fünf natürliche Rohstoffe aufgenommen: Land, Mineralien, Wald, Wasser und Fischerei. Ebenso wurden wegen technischer Beschränkungen zunächst nur die Hälfte der 20 verschieden definierten Umweltverschmutzungen berücksichtigt. Die Kosten der Verschmutzung des Grundwassers und Bodens fehlen ebenso.

"Wenn alle Faktoren berücksichtigt werden, können sie sich vorstellen, wie schlimm die Schäden durch die Umweltverschmutzung wirklich sind", sagte Pan Yue. Den Bericht hat die staatliche Umweltbehörde (SEPA) gemeinsam mit dem nationalen Statistikamt erstellt. Die Kosten, die durch Wasserverschmutzung entstanden, wurden darin auf 286 Milliarden Yuan (28 Milliarden Euro) beziffert, die durch Luftverschmutzung auf 219 Milliarden Yuan (21 Milliarden Euro).(APA/dpa)