Im Spionagefall beim US-Computerhersteller haben Privatdetektive offenbar auch die Telefondaten von Journalisten ausgespäht. "Wir sind entsetzt darüber, dass die Telefonverbindungen von Reportern ohne deren Zustimmung abgerufen worden sind", sagte ein HP-Sprecher der britischen Tageszeitung "Financial Times" (Freitagausgabe). Wie viele Journalisten betroffen sind, wollte er der FT zufolge nicht sagen.

HP hatte Anfang 2005 Detektive damit beauftragt, ein "Leck" innerhalb des Führungsgremiums zu finden. Bei der Untersuchung stellte sich HP zufolge heraus, dass Direktoriumsmitglied George Keyworth unautorisiert Einzelheiten über Beratungen des Gremiums zum Rücktritt von Firmenchefin Carly Fiorina weitergegeben hatte. In dem Fall ermittelt seit mehreren Monaten auch die kalifornische Justiz. Sie prüft, ob bei den Untersuchungen Gesetze gebrochen wurden.

Die Detektive sollen bei der Untersuchung unter Vortäuschung einer falschen Identität Telefondaten ausspioniert haben. Dabei handle es sich um das so genannte "pretexting", heißt es in einer Mitteilung des Computerkonzerns an die US-Börsenaufsicht SEC von dieser Woche. Diese Methode ist in den USA weit verbreitet. Derzeit werde in fünf anderen Fällen ermittelt, sagte der kalifornische Justizminister Bill Lockyer. Namen der beteiligten Unternehmen nannte er nicht. Die Methode ist in den USA nicht verboten. Das Parlament hatte in diesem Jahr über ein entsprechendes Gesetz nachgedacht. Der Entwurf wurde jedoch verzögert, vermutlich, weil US-Sicherheitsbehörden Bedenken angemeldet hatten.(APA/Reuters) http://www.hp.com