Klagenfurt - Eine schier endlose Karawane auf Hochglanz polierter schwerer Maschinen setzte sich am Samstag zu Mittag am Faaker See in Bewegung. Die jährliche Harley-Parade als Höhepunkt der European Bike Week lockte diesmal geschätzte 35.000 Teilnehmer an. Dabei ist der Anteil jener, die andere Motorräder als die traditionsreichen Harley Davidsons bewegten, dieses Jahr deutlich höher, was im Sinne der Veranstalter ist, bei so manchem Zuschauer aber für Unmut sorgte.

Besonders die mutigen Vespa-Fahrer und ein paar Mopedlenker lösten abschätzige Kommentare aus. Die Teilnehmer ließen sich's allerdings nicht verdrießen, bei dem Höllenlärm hörten sie die Bemerkungen vom Straßenrand ohnehin nicht. Eine volle halbe Stunde dauerte es, bis sich der chromblitzende Endloswurm vom Startpunkt gelöst hatte, bei herrlichem Sonnenschein führte die Route vom Faaker über den Ossiacher See bis nach Velden und anschließend wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Und weil Wahlkampf ist, ließen sich auch zahlreiche Politiker die Gelegenheit, vor so viel Publikum Sportlichkeit und Mobilität zu beweisen, nicht entgehen. Vor allem Vertreter von Orange und Rot waren an vorderster Front mit dabei, von Landeshauptmann Jörg Haider (B) und seinem Vize Martin Strutz über die SPÖ-Abgeordneten Melitta Trunk und Christine Muttonen bis hin zum Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter (S) als Quasi-Hausherr.

Vorläufige Bilanz der diesjährigen European Bike Week: Die Erwartungen der Organisatoren wurden übererfüllt, die Region war die ganze Woche über ausgebucht, wozu das strahlende Sommerwetter seinen Teil beigetragen hatte. Zwar gab es eine Reihe von Verkehrsunfällen, ein paar Schlägereien und eine gestohlene Harley "Fat Boy", doch insgesamt verlief das Treffen äußerst friedlich, die Polizei hatte wenig zu tun. Geschätzte acht Millionen Euro lassen die Zweirad-Fans im Land. Wenn sie am Sonntag die Heimreise antreten, wird es ziemlich still um Kärntens Seen werden.(APA)