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Saddam Hussein beim Prozess, bei dem ihm die Veranwortung für die Ermordung von über 180.000 Kurden vorgeworfen wird.

Foto: REUTERS/Erik de Castro
Bagdad - In Bagdad ist am Montag der Völkermord-Prozess gegen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein fortgesetzt worden.

Dabei erschien Saddam ebenso wie seine sechs Mit-Angeklagten im Gerichtssaal. Dem Ex-Präsidenten wird in dem Verfahren vorgeworfen, für den Tod von mehr als 180.000 Menschen bei einer bis August 1988 andauernden Militäroffensive gegen die kurdische Minderheit im Nordirak verantwortlich zu sein. Die Anklage lautet auf Völkermord, bei einem Schuldspruch droht ihm die Todesstrafe.

Urteil Mitte Oktober

Gegen Saddam läuft bereits ein Verfahren, in dem ihm ein Massaker an Schiiten in dem Ort Dudschail im Jahr 1982 vorgeworfen wird. Ein Urteil in dem Prozess wird für Mitte Oktober erwartet, und auch dort könnte er zum Tode verurteilt werden.

Der Führer einer der größten Volksstämme im Irak hatte am Sonntag zur Freilassung Saddams aufgerufen. Der ehemalige Machthaber könne sich dann in die Bemühungen einschalten, ein Abgleiten des Iraks in einen Bürgerkrieg zu verhindern, sagte Wasfi al-Aassi vom Stamm der Obeid. Die Forderung wird nach Einschätzung von Beobachtern aber von den meisten Irakern nicht unterstützt. (Reuters)