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Foto: AP/Avie
Washington - Infektionen mit dem Virus der Vogelgrippe sind für den Menschen lebensgefährlich, weil sich die Erreger besonders schnell vermehren und heftige Reaktionen des Immunsystems auslösen. Zu diesem Schluss kommen Mediziner nach der Untersuchung von 18 Menschen, die sich in Vietnam mit dem gefährlichen Virus H5N1 ansteckten. 13 von ihnen starben an der Infektion.

Bei vielen Opfern fanden sich die Erreger im Blut, berichten die Forscher im Journal "Nature Medicine". Bei Patienten, die die Krankheit überlebten oder solchen, die an anderen Grippeviren litten, sei dies nicht der Fall gewesen.

Zytokin-Schwemme

Der Virusansturm hätte das Immunsystem der Patienten zu heftigen Reaktionen bewegt, schreibt die Gruppe um Menno de Jong von der Universität im britischen Oxford. Häufig gehe eine H5N1-Infektion mit einem starken Rückgang der Zahl weißer Blutkörperchen im Blut einher. Zugleich schütteten viele Zellen große Mengen Botenstoffe aus. Einige dieser so genannten Zytokine stießen die Entstehung von akutem Atemversagen mit an, schreiben die Forscher. Dies könnte eine wesentliche Rolle für den Verlauf der H5N1-Erkrankung spielen.

Zudem könnten diese Botenstoffe eine Erklärung dafür sein, dass Medikamente gegen die Viren die Krankheit im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr aufhalten könnten. Wer die Infektion bekämpfen wolle, müsse daher sowohl die Zahl der Viren als auch die massive Immunantwort des Körpers in den Griff bekommen.

Vergleichsweise hohe Virenmenge

Für ihre Studie verglichen die Ärzte die H5N1-Infektionen mit den Krankheitsverläufen bei acht Menschen, die sich mit anderen Grippeviren angesteckt hatten. Das H5N1-Virus habe sich in viel größeren Mengen im Nasen-Rachenraum der Infizierten gefunden als andere Grippeviren. Manche Patienten hätten die Erreger auch im Darm gehabt - ein Teil der Betroffenen litt unter Durchfall. (APA/dpa)