Ihr Logo hat schon Milchpackerln und andere ephemere Alltagsgegenstände geziert, doch ihr Konzept ist durchaus auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Denn die Klangspuren Schwaz verstehen es, zeitgenössische Musik in abwechslungsreiche, alles andere als sperrige Programme zu verpacken und damit etwaige Berührungsängste gar nicht erst aufkommen zu lassen. Das Kunststück, im ländlichen Raum in der richtigen Mischung mit neuen Klängen zu punkten, gelingt nicht zuletzt dank potenter Sponsoren, guter Verankerung in der Politik und guter Atmosphäre. Dazu gehören auch die innovativen Spielorte, wenn Tennis- oder Fabrikshalle, auch eine "Fleckviehversteigerungshalle" zu Konzertsälen umfunktioniert werden. Der heurige Länderschwerpunkt ist Tschechien gewidmet, neben Stars wie Pierre Boulez und Beat Furrer wirken etwa auch Lehrlinge und Schüler aus der Region mit. Ein ebenso breites Spektrum bilden die erfreulich zahlreich beteiligten Komponistinnen wie Johanna Doderer, Erin Gee, Elisabeth Schimana oder Joanna Wozny, ebenso das Rahmenprogramm mit einem Abend zur europäischen Linken oder einer Lesung von Friedrich Achleitner. (daen/ DER STANDARD, Printausgabe, 13.9.2006)