Wien - Die Zahl der Ein-Personen-Betriebe sind seit Jahren im Steigen begriffen. Allein in Wien fallen mehr als 50 Prozent der 80.000 Unternehmen in die Kategorie Kleinstunternehmer und "Neue Selbständige". Auch der Frauenanteil wächst, wobei diese vorrangig in ertragsschwachen Branchen wie dem Handel, der Gastronomie und persönlichen Dienstleistungen tätig sind. Rechtliche Standards und Arbeitsbedingungen würden dieser Realität aber hinterherhinken, so der Wiener Unternehmer Karl Pisec (ÖVP) in einer Aussendung.

Besondere Arbeitsverhältnisse

Steuerliche Benachteiligungen und schlechte Arbeitsbedingungen seien die Regel. Viele der insgesamt 41.000 Ein-Personen-Betriebe kämpften mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und oft stark schwankenden Einkommen. Auch im Sozialversicherungsrecht seien sie gegenüber den Unselbstständigen benachteiligt.

Pisec, der einen Vorzugsstimmenwahlkampf in Wien führt, fordert langfristige Konzepte für die so genannten "Neuen Selbstständigen". Es werde auf die Besonderheiten der Arbeitsverhältnisse dieser Gruppe zu wenig Rücksicht genommen. Schließlich würden kleine Firmen und die vielen Ich-AGs mittlerweile das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft bilden. Trotzdem vermisse er konkrete Aussagen, wie diese immer größer werdende Gruppe gestärkt werden könne und er bemängelt die fehlende Lobby für die Neuen Selbstständigen.

Steueräquivalent

Pisec fordert die Absetzbarkeit der Kosten von Kinderbetreuungszeiten sowie die Absetzbarkeit von Arbeitsraum. Auch plädiert er für ein Steueräquivalent zum 13. und 14. Monatsgehalt sowie für den Vorsteuerabzug von PKW-Fahrzeugen.

Unter den rund 298.000 österreichischen Klein- und Mittelunternehmen (KMU) seien rund 269.000 Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern vertreten. Dazu würden noch die stark steigende Zahl der Freien Dienstnehmer und freischaffenden Neuen Selbstständigen kommen, hieß es. (APA)