Im Rahmen des heute, Dienstag, in Wien von der Computer Mesurement Group veranstalteten Breitbandsymposiums kritisierte der Filmemacher Georg Riha die Mediengesellschaft und skizzierte ein düsteres Bild der künftigen Contentwelt. "Qualität kostet Geld und Kapital wird nur dann in Filme gesteckt, wenn man damit rechnen kann, dass die Investitionen auch wieder zurückkommen werden", meinte Riha. Der Ansatz, dass man Content für lediglich 90 Cent bekommt, sei falsch. Damit lasse sich keine Qualität produzieren.

Zugesetzt

Die Digitalisierung hat der Musikbranche stark zugesetzt. Durch Internet und illegale Kopien wurde die Branche vor eine bis dahin nicht gekannte problematische Situation gestellt. "Diese Probleme wurden bis heute nicht gelöst und warten nun auf die Filmindustrie", merkte Riha gegenüber pressetext an. Durch die technischen Machbarkeiten werden die Rechte der Produzenten ausgehebelt. "Die allpräsente Problematik gab es vor 20 Jahren noch nicht. Damals konnte man sich entscheiden, ob man eine Schallplatte kauft oder sich mit einer kostenlosen Kassettenkopie in mieser Qualität zufrieden gibt. Heute kann man jedoch Musik und Filme in bester Qualität gratis aus dem Internet saugen", kritisierte Riha.

Die Geburtstagsfeier seiner Tante filmen

Als weiteres Problem der professionellen Contentproduzenten sieht Riha die zunehmende hochtechnische Aufrüstung der privaten Haushalte. "Für wenige Tausend Euro kann sich jedermann eine Videokamera mit hoher Auflösung kaufen und damit die Geburtstagsfeier seiner Tante filmen. Die technische Qualität ist dabei dann um einiges besser, als das, was der TV-Seher über Kabel und Satellit geliefert bekommt", so Riha. Zudem würden sich vor allem junge Menschen nicht mehr mit dem zufrieden geben, was sie von den Fernsehstationen geliefert bekommen. "Sie wollen kein vorgegebenes Programm und verlangen nach Video on demand", führt Riha aus.

Vorbei

Die traditionelle Form der Contentproduktion sei vorbei. Vor allem durch das derzeit vorherrschende Konsumverhalten würde es Produzenten von hochwertigen Inhalten immer schwerer gemacht. "In Zukunft wird es nur mehr wenige qualtitative Produktionen geben und sehr viel Schmarrn. Dazwischen wird nichts Platz finden", so Rihas abschließende Worte.(pte)