Wien - Für SP-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures hat VP-Klubchef Wilhelm Molterer in der "Pressestunde" "ausgelaugt, konzept- und ideenlos" gewirkt. Es sei "zynisch", wenn sich die ÖVP, die für "70.000 junge Menschen ohne Arbeit" und "Pensionskürzungen" verantwortlich sei, als "Mutmacher" präsentiere. Als "infam" bezeichnet Bures den Versuch, den "Privatjet-Ausflug mit Opernbesuch und Galadinner" von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) in Bulgarien als Staasbesuch im Dienste österreichischer Interessen darzustellen.

Scheuch weist auf BZÖ-Hilfe hin

BZÖ-Sprecher Uwe Scheuch erinnerte Molterer daran, "dass die ÖVP vor 2000 mit der SPÖ alle Belastungen mitbeschlossen hat und danach über 80 Prozent der wichtigen Reformen von unseren Ministerien umgesetzt wurden". Ohne das BZÖ in der Regierung wäre "der erfolgreiche Reformkurs" nicht möglich gewesen, glaubt Scheuch. Nur ein starkes BZÖ sei der "einzige Garant" gegen einen Linksruck nach der Wahl.

"Hilflose Versuche"

FP-Generalsekretär Herbert Kickl hat bei der "Pressestunde" vor allem "hilflose Versuche" Molterers gesehen, "die Verwicklungen der ÖVP in den BAWAG-Skandal hinwegzureden". Zu schwarzen BAWAG-Aufsichtsräten und Gewerkschaftern, Finanzminister Karl-Heinz Grassers Yachturlaub mit Wolfgang Flöttl, dem Besuch von Josef Taus bei Helmut Elsner komme jetzt noch der Schüssel-Flug nach Bulgarien. Kickl: "Die 'schwarze BAWAG-Liste' wird immer länger und prominenter."

"Schönprediger"

Kritik am "Schönprediger" Molterer kommt auch von Grünen-Vizechefin Eva Glawischnig. Sie wirft dem VP-Klubchef vor, Probleme lediglich wegzuleugnen. Außerdem kritisiert sie sein Festhalten am Eurofighter und an den Studiengebühren: "Wer die milliardenschweren Eurofighter will, soll die ÖVP wählen. Wer diese enorme Geldsumme lieber für sinnvolle Zukunftsprojekte für Österreich investieren will, muss die Grünen wählen."(APA)