Ramallah - Der palästinensische räsident Mahmoud Abbas hat seine für den Wochenbeginn geplanten Gespräche mit der radikal-islamischen Hamas über eine Regierung der nationalen Einheit verschoben. "Der Präsident wird in der nahen Zukunft nicht nach Gaza fahren, weil er mit einigen Terminen beschäftigt ist", sagte sein Sprecher am Montag.

Am Wochenende hatte es geheißen, Abbas wolle sich mit Hamas-Vertretern treffen, um festgefahrenen Koalitionsgespräche wieder in Gang zu bringen. Der Präsident betrachte weitere Gespräche jedoch als sinnlos, so lange die Hamas von ihren Bedingungen nicht abweiche. Die Gruppe hatte zuletzt erklärt, sie werde sich nicht auf eine Regierung einlassen, die den Staat Israel anerkenne.

Die Hamas und die von Abbas geführte Fatah hatten sich am 11. September auf die Bildung einer Regierung verständigt. Die Palästinenser erhoffen sich von einer Einheitsregierung ein Ende der internationalen Isolation, in die sie nach dem Regierungsantritt der Hamas vor sechs Monaten geraten waren. Auslöser dafür war die Weigerung der Hamas, Israel und bestehende Friedensabkommen anzuerkennen sowie der Gewalt abzuschwören. Ausbleibende finanzielle Unterstützung aus dem Ausland trug zu einer Verschärfung von Armut und Gewalt in den palästinensischen Gebieten bei. (APA/Reuters)