In den vergangenen Tagen tauchten in Österreich immer wieder Mails auf, in denen Schutz vor Internetbetrügern geboten wird. In den E-Mails an Kontoinhaber der Bank Austria Creditanstalt werden die Empfänger aufgefordert einem Link zu folgen, um dann in eine Liste 20 Transaktionsnummern (TANs) einzutragen. Das Bundeskriminalamt (BK) warnt eindringlich davor, diese Mails zu öffnen und den Anweisungen zu folgen. Hinter den Absendern verbergen sich Betrüger, die es auf die Konten der Adressaten abgesehen haben.

"Neu und besonders heimtückisch"

"Die Form der Mails ist neu und besonders heimtückisch, weil sie auf das Sicherheitsbedürfnis von Online-Banking-Anwendern abzielt", hieß es am Donnerstag in einer Aussendung des BK. "Der Mailtext soll Vertrauen erwecken, indem er vermeintliche Schutzmaßnahmen anbietet. Zudem werden die Kontoinhaber unter Druck gesetzt. So wird darauf hingewiesen, dass jene Konten, die nicht innerhalb eines Tages authentifiziert sind, gesperrt werden." Opfern eines Phishing-Angriffes rät das BK, unverzüglich das entsprechende Bankinstitut zu informieren und die Polizei zu verständigen. Das gefälschte Mail sollte gespeichert und für polizeiliche Ermittlungen bereitgehalten werden.

Phishing

Daneben warnt das BK - wie schon die AK Niederösterreich - vor einer neuen Variante bei der Anwerbung von "Finanzmanangern" in Phishing-Betrügereien - der WebStandard berichtete. Deren Aufgabe ist im Regelfall, sein Konto für den Empfang von Geldern, die aus kriminellen Handlungen stammen, zur Verfügung zu stellen und die Gelder gegen geringe Provisionen in andere Länder weiter zu leiten. Bis jetzt wurden die Finanzmanager mittels Spam-Mails gesucht, wobei als Voraussetzungen geringe Kenntnisse über Zahlungsverkehr und der Computeranwendung gefordert wurden. Nun werden Mails verschickt, die dem Empfänger einen 200 bis 300 Euro Gewinn anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von "Euro-Lotterie" ankündigen.

Gewinner als Verlierer

Gleichzeitig werden die "Gewinner" aufgefordert, ein Datenblatt auszufüllen, wobei neben Namen und Wohnanschrift Handynummer und die Bankdaten erfragt werden. Dann wird ein den Gewinn wesentlich übersteigender Betrag auf das Konto überwiesen und der "Gewinner" aufgefordert, den Gewinn übersteigenden Betrag unter Abzug aller Spesen bar zu beheben und via Western Union an bestimmte Personen weiter zu transferieren. Die auf dem Konto des "Gewinners" eingegangenen Beträge stammen aber tatsächlich von Phishing-Attacken auf Konten von Usern des Internet-Bankings.

Polizeiliche Ermittlungen

Das Bundeskriminalamt warnt davor, solche "Angebote" anzunehmen bzw. auf solche Gewinnversprechen zu reagieren, da die überwiesenen Gelder aus kriminellen Geschäften stammen und nur "rein gewaschen" werden sollen. "In solchen Fällen werden selbstverständlich polizeiliche Ermittlungen gegen alle, die ein solches Angebot angenommen haben, aufgenommen", betonte das BK in der Aussendung. Laut Strafrecht liege bei solchen Handlungen der Verdacht der Geldwäsche oder der Beteiligung an einem betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauch vor, Delikte, die mit bis zu zwei oder drei Jahren Gefängnis bestraft werden können. Außerdem stellen derartige Tätigkeiten Bankgeschäfte nach dem Bankwesengesetz dar und wären daher konzessionspflichtig, das heißt, dass zusätzlich eine hohe Verwaltungsstrafe verhängt werden kann.(APA)