New York - In 28 afrikanischen Ländern wird die Beschneidung von Mädchen trotz Verboten oder Aufklärungskampagnen nach wie vor praktiziert. Ein Rückgang der grausamen Genitalverstümmelung sei in den vergangenen zehn Jahren kaum zu verzeichnen gewesen, erklärten am Donnerstag mehrere Aktionsgruppen am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Vor allem in Ägypten, Eritrea, Äthiopien und Somalia würden noch immer viele Mädchen beschnitten, sagte die Ärztin Nahib Toubia, Gründerin des Netzwerkes für Forschung und Information zur körperlichen Unversehrtheit der Frau (RAINBOW). Toubia und Anika Rahman vom Zentrum für Fortpflanzungspolitik und -gesetzgebung stellten eine Untersuchung über die Gesetzgebung zur Beschneidung von Mädchen in 41 Ländern vor. "Die bestehenden Gesetze sind notwendig, reichen aber nicht aus", lautet ihr Fazit. Ein tiefer gesellschaftlicher Wandel sei darüberhinaus notwendig, damit diese Praxis gestoppt werde. Toubia und Rahman riefen die afrikanischen Regierungen auf, den politischen Willen zu zeigen, den Beschneidungen ein Ende zu setzen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1999 werden jährlich zwei Millionen Mädchen beschnitten. Am weitesten verbreitet ist nach Angaben der Internationalen Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen (Intact) die teilweise oder vollständige Amputation der Klitoris und der kleinen Schamlippen. Die Beschneidungen werden demnach ohne Narkose unter "katastrophalen hygienischen Bedingungen" praktiziert. Zur Genitalverstümmelung würden unter anderem Rasierklingen, Scheren, Glasscherben oder Deckel von Konservendosen verwendet, weil andere Instrumente in den afrikanischen Dörfern nicht vorhanden seien. (APA)