Natürlich ist jede Mama die beste Mama der Welt, jedenfalls anfänglich und auch das nicht immer. Etwa im Fall des kleinen Tommi, der gern auf Mamas Schoß sitzt und sich Bücher vorlesen lässt. Doch plötzlich wird ihr Bauch groß und größer. Das ist unbequem und mindert den Hörgenuss, also beschließt der Kleine, sich eine neue Mutter zu suchen, was sich als gar nicht so einfach erweist. Die Tigermama hat zu spitze Zähne, bei den Pinguinen ist es zu kalt, im Meer, bei der Fischmama, kann man weder atmen noch sprechen, die Vogeldame tischt Würmer auf, und zwischen den Zähnen von Frau Krokodil sein Leben zu fristen, ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

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Plötzlich, man ahnt es, ist der Bauch der Mutter weg, dafür ein Bruder da, und es bleibt genug Platz für beide. Etwas pädagogisch und oberflächlich kommt das neue Kinderbuch Mama ist die Allerbeste (€ 12,90, Picus) der in Norwegen lebenden isländischen Grafikerin und Designerin Björk Bjarkadóttir daher. Ein Eindruck, der durch die zugängliche Sprache der kurzen Texte und die feine Qualität der Illustrationen nur bedingt wettgemacht wird. Für Kinder ab 3. (DER STANARD, Print-Ausgabe, 21./22.10.2006)