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Foto: AP/Lianne Milton
Hamburg - Der britische Weinpapst Hugh Johnson hat den Trend zu immer alkoholreicheren Weinen beklagt. "In rotem Bordeaux waren früher zwölf bis 12,5 Prozent Alkoholanteil üblich. Heute sind es 13 bis 13,5 Prozent", sagte der Autor am Mittwoch in Hamburg. In Kalifornien und Australien entstünden neuerdings sogar Weine mit 15 bis 16 Prozent Alkoholanteil, erklärte der in Fachkreisen weltbekannte Experte.

Den hohen Alkoholanteil erklärt Johnson mit dem Trend der Verbraucher zu wuchtigeren, vollmundigen Weinen. Er selbst lehne die Entwicklung aber ab, weil dadurch feine Nuancen im Geschmack verloren gehen könnten.

Johnson zeigte sich im Zusammenhang mit dem Weingehalt als Freund deutscher Gewächse: "Ein fein ausgewogener Riesling von der Mosel kann mit sieben oder acht Prozent Alkohol auskommen. Mit gefällt das gut, ich kann dann doppelt so viel davon trinken." Johnson rät grundsätzlich dazu, zum Wein etwas zu essen. So bleibe die Wirkung des Alkohols beherrschbar. Außerdem entwickelt Wein zusammen mit den richtigen Speisen nach Ansicht von Johnson sein Aroma viel besser.

Johnson ist zur Zeit mit seinem neuen Buch "Weinwelt" auf Lesereise in Deutschland. Sein Buch "Der kleine Johnson" gilt als Standardwerk der Weinkunde. (APA/AP)