Bukarest - Zwei Monate vor der Aufnahme Bulgariens und Rumäniens in die Europäische Union hat der umstrittene rumänische Kandidat für die EU-Kommission seine Bewerbung zurückgezogen. Senator Varujan Vosganian von der Nationalliberalen Regierungspartei (PNL) bat Ministerpräsident Calin Tariceanu am Samstag um Rücknahme der Kandidatur.

Obwohl die Vorwürfe gegen ihn "unbegründet" seien, könne sich die Prüfung seiner Kandidatur hinziehen und so dem Ansehen Rumäniens schaden, erklärte Vosganian auf einer Pressekonferenz.

Widerstand in Brüssel

Die Bewerbung des 48-jährigen Ökonomen um ein Amt als EU-Kommissar war in Brüssel auf Widerstand gestoßen. Die Sozialisten im Europaparlament warfen Vosganian Unkenntnis der EU-Politik und Verbindungen zu einem zwielichtigen rumänischen Geschäftsmann vor. Rumänische Medien berichteten über eine angebliche Informanten-Tätigkeit Vosganians für den gefürchteten kommunistischen Geheimdienst Securitate zu Beginn der 80er Jahre. (APA)