Kuwait - Kuwaitische Frauenrechtlerinnen haben in ihrem Kampf für das Frauenwahlrecht eine Niederlage erlitten. Das Oberste Gericht des islamischen Emirats stellte vier von den Frauenrechtlerinnen angestrengte Fälle wegen Verfahrensmängeln ein. Die Frauen kündigten am Dienstag jedoch eine Fortsetzung ihres Kampfes an. Ziel ihrer Kampagne ist es, das kuwaitische Wahlrecht für verfassungswidrig erklären zu lassen. Während die Verfassung des Emirats Frauen und Männern gleiche Rechte garantiert, schließt das Wahlrecht des Landes Frauen vom aktiven und passiven Wahlrecht aus. Sie dürfen weder wählen, noch dürfen sie sich wählen lassen. Kampf für ein ganz einfaches Recht Einer der vier Fälle war von Rola el Daschti betrieben worden, einer 36-jährigen Kuwaiterin, die in den USA promoviert hat. "Es ist unglaublich", sagte sie am Dienstag. "Die USA feiern heute ihren Unabhängigkeitstag, und wir kämpfen hier noch immer für ein ganz einfaches Recht." Das Gerichtsverfahren sei jedoch erst der Anfang, die Frauen würden weiterkämpfen, sagte sie. Im September kommt der Fall eines Kuwaiti vor Gericht, der nach Aussage der Frauenrechtlerinnen allen Anforderungen des Obersten Gerichtes genügen werde. Dann werde das Gericht gezwungen sein, sich mit dem Inhalt ihrer Klage zu beschäftigten, sagten die Frauenrechtlerinnen. Der Mann klage gegen das Verzeichnis der Wahlberechtigten in seinem Wahlkreis. Weil es den im Wahlkreis ansässigen Frauen nicht erlaubt sei, sich einzuschreiben, widerspreche es den Vorschriften. Die nächsten Wahlen auf nationaler und kommunaler Ebene finden im Jahr 2003 statt. Kuwait besitzt als einziger arabischer Golfstaat ein gewähltes Parlament. Zahlreiche Frauen haben sich den Protesten der Frauenrechtlerinnen angeschlossen, als sie sich im Februar nicht in die Wahllisten eintragen durften. Rechte weiterhin verfolgen Das konservative Nationalparlament hat erst im November zwei Anläufe gestoppt, Frauen volle politische Rechte zu gewähren. In einem der beiden Fälle kam der Antrag von Staatsoberhaupt Scheich Dschaber el Ahmed el Dschaber el Sabah. Gegen die Ablehnung im Parlament bereiteten die Frauenrechtlerinnen ebenfalls eine Klage vor, sagte Daschti, "wir werden unsere Rechte verfolgen." (Reuters)