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Rainer Schönfelder spekuliert mit Starts in allen Disziplinen.

Foto:APA/Parigger
Standard: Wie schafft man es, dass sich die Welt mehr für die österreichische Spezialität, den Skisport, interessiert?

Schönfelder: Die Welt interessiert sich ja für den österreichischen Skisport. Denn wenn sich jemand für den Skisport interessiert, dann interessiert ihn auch Österreich, weil wir Österreicher die stärksten sind, die Kompetenz haben. Der Skisport hat sicher mehr Bedeutung, wenn er internationaler wird. Und das ist ein bisserl ein Widerspruch zu dem, was wir machen. Weil wir versuchen, so gut wie möglich zu sein. Eine verzwickte Situation.

Standard: Jetzt beginnt der Weltcup mit einem Slalom statt mit einem Riesenslalom. Ein Vorteil für Herrn Schönfelder?

Schönfelder: Das ist mir egal. Da ich nicht mehr nur Slalom fahre, sondern stark auf mehrere Disziplinen gehe, könnte er auch mit einer Superkombi anfangen. Und irgendwann wird es mir auch wurscht sein, wenn es eine Abfahrt oder ein Super-G ist.

Standard: Wie geht's dem ehemaligen Slalomspezialisten auf dem Weg zum Allrounder?

Schönfelder: Gar nicht schlecht, ich empfinde irrsinnig viel Spaß, und es ist eine große Herausforderung für mich in den anderen Disziplinen. Vorweg einmal ohne auf die Zeit zu schauen, ohne jetzt immer aufs Ergebnis zu schauen, hab ich mich trotzdem voriges Jahr schon ganz gut geschlagen, die Superkombi als meinen besten Bewerb abgeschlossen.

Standard: Trauen Sie sich bald einmal Weltcupauftritte in Abfahrt und Super-G zu?

Schönfelder: Das trau ich mir sehr wohl zu, wenn ich sehe, wie ich mich im Training von Mal zu Mal steigere. Es hängt noch von den Bedingungen ab, ob ich mehr dabei bin oder weniger, aber es ist das erklärte Ziel und muss es auch sein, sonst brauche ich es ja nicht zu trainieren.

Standard: Ist das heuer schon möglich?

Schönfelder: Ich würd's nicht ausschließen, es kann sein, dass ich es schaffe. Aber das ist nicht das Ziel. Ein bisschen Zeit habe ich.

Standard: Sie sind vom japanischen Skischuh Rexxam auf Fischer umgestiegen. Warum, nur weil der Vertrag super ist?

Schönfelder: Das weniger. Auf der anderen Seite wäre der Vertrag schon noch besser gewesen. Das ist also nicht das Thema. Aber die Distanz zwischen Österreich und Japan ist schon sehr groß, da ist es einfach besser, wenn man alles unter einem Dach hat, Skientwicklung, Schuhentwicklung, Bindungsentwicklung.

Standard: Was macht Rainer Schönfelder, der Sänger?

Schönfelder: Der Fokus heuer liegt auf dem Sport, immer mehr auf dem Sport. Ich habe leider nicht mehr so viel Zeit für andere Sachen. Nichtsdestotrotz habe ich auch wieder etwas gemacht, was sehr interessant sein könnte. Ich kann nicht mehr sagen, außer dass es nicht unbedingt für Österreich ist.

Standard: Sie haben eine Wohnung in Wien, wie viel Zeit verbringen Sie dort?

Schönfelder: Ich fühle mich wohl in dem Herumreisen zwischen Berg, Schnee, Gletscher und dann wieder die Großstadt, genau das Gegenteil. Das gefällt mir. Ich bin oft zwischen den Trainingstagen in Wien. Es ist ein Dreieck. Trainingszentrum, Wien und Kärnten.

Standard: Wie kommen bun- te Fingernägel und schräge Frisuren daheim in Bleiburg an?

Schönfelder: Die kennen mich ja schon seit klein auf, die sagen sich, so ist er halt, das ist für die keine Hexerei. Obwohl es ein paar gibt, die damit gar nicht können, das ist mir schon klar. Das sprengt die Gesellschaft in einer Art und Weise, aber so bin ich. Einige vom Fanklub, was ich nicht geglaubt habe, haben sich auch selbst schon die Fingernägel lackiert.

Standard: Was wird Ihnen der Winter bringen?

Schönfelder: Ich hoffe viel Schnee. (Benno Zelsacher, DER STANDARD Printausgabe 06.11.2006)