Mit dem digital-terrestrischen Fernsehzeitalter hat am 26. Oktober auch eine neue Form des Teletexts das Licht der Welt erblickt: Der MHP-Multitext. Dieser peppig-bunte elektronische Programmführer, der am Montag von Ronald Schwärzler, Direktor für Online und Neue Medien des ORF, und Karl Pachner, Projektleiter von ORF Digital, präsentiert wurde, fokussiert sich auf die laut Marktforschung gefragtesten Inhalte des ORF Teletextes und soll außerdem zahlreiche Zusatzangebote und Hintergründe bieten.

Vorteil gegenüber dem bisherigen Teletext ist sicherlich, dass beim Multitext das Fernsehbild in verkleinerter Version auf dem Bildschirm bleibt. Informationen gibt es unter anderem zu Weltgeschehen, Sport, Wetter und dem Horoskop - allesamt mit entsprechenden Bildern versehen. Die Menüführung erfolgt per Fernbedienung. Mit Hilfe des Multitexts "wollen wir die Schere zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern der digitalen Zusatzinformation schließen", so Schwärzler. Man biete kostenlose Zusatzangebote vor allem auch für Haushalte, "in denen Breitband noch kein Thema ist".

Kinderschuhe

Freilich steckt der Multitext rund zehn Tage nach seinem Start noch in den Kinderschuhen: So stehen die viel gepriesenen Zusatzinformationen nur bei bestimmten Formaten wie "Starmania" oder "Offen gesagt" zur Verfügung. Voting per Fernbedienung ist derzeit ebenso wenig möglich wie interaktive Spiele mit anderen DVB-T-Nutzern. Rückkanalfähige Boxen, mit denen man etwa Videos oder Musik herunterladen könnte, sind derzeit überhaupt noch nicht im Handel erhältlich: "Die Geräte, die jetzt im Handel sind, sind von der Kapazität eher grenzwertig, weil sie bestimmte Preisschwellen nicht überschreiten sollten", erklärte Pachner.

Vier Millionen Euro

Für die Entwicklung des neuen Multitext hat der ORF seit 2003 rund vier Millionen Euro ausgegeben. Davon, dass sich diese Investition lohnen werde, war Schwärzler überzeugt. Er geht davon aus, dass bereits in rund einem Jahr etwa 200.000 MHP-taugliche Set-Top-Boxen in Österreichs Haushalten im Einsatz sein werden. Dazu kommen etwa 50.000 digitale Kabelboxen mit MHP-Empfang. Für jene Nutzer, die ihr Fernsehprogramm via digitalen Sat empfangen, gibt es derzeit indes noch keine MHP-tauglichen Geräte.

Die Inbetriebnahme des Multitexts hat derzeit noch keinen Einfluss auf den Teletext, auf den laut Schwärzler täglich rund 1,6 Millionen User zurückgreifen. "Den alten Teletext wird es weiter geben", meinte er - realistischerweise noch etwa zehn Jahre. (APA)