Wien - Bisherige Anstrengungen reichen nicht aus, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern. Zu diesem Ergebnis kommt der Klimaschutz-Index 2007. 56 Länder wurden dabei nach der Menge an CO2-Emissionen, Entwicklungstrends und Klimapolitik beurteilt. Österreich landet im Ranking nur auf Rang 39. Platz eins belegte Schweden gefolgt von Großbritannien und Dänemark, berichteten am Montag Climate Action Network Europe (CAN Europe) und Germanwatch, die den Index erstellt hatten.

Elf Ränge verlore

Im Vergleich zum Klimaschutz-Index 2006, bei dem die Alpenrepublik Platz 28 belegte, gingen elf Ränge verloren. Besonders im Bereich "Trends" habe die Alpenrepublik schlecht abgeschnitten, erklärte Sprecher Sven Harmeling. Österreich würde in diesem Bereich nur den 46. Rang belegen. Die Entwicklung in sämtlichen Sektoren spreche zur Zeit gegen eine Erreichung des Kyoto-Ziels. Der Energiebedarf steige - besonders in Industriesektoren, die traditionell viel Energie verbrauchen. Zudem sei die Mineralölsteuer sehr niedrig.

Einzelne, wenige Maßnahmen

Derzeit seien keine politischen Maßnahmen in Sicht, mit denen man diese Probleme in den Griff bekommen könnte, meinte Harmeling. In einzelnen Bereichen habe es aber auch positive Entwicklungen gegeben. Zum Beispiel im Wohnbausektor: Die dort getroffenen Regelungen um Energie zu sparenden, hätten durchaus Wirkung gezeigt.

Nordamerika weit hinten

Die 56 analysierten Länder sind zusammen für mehr als 90 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Schlusslicht des Klimaschutz-Index bilden die Staaten China, Malaysia und Saudi Arabien. Die größten Emissions-Verursacher engagieren sich bis auf wenige Ausnahmen viel zu wenig, so die Organisation. USA landete beispielsweise nur auf Platz 53, Kanada auf Rang 51.

Kindermeilen-Kampagne

Zu Beginn der zweiten Woche der UN-Klimakonferenz in Nairobi übergab das Klimabündnis Europa 599.142 "Grüne Meilen" an die UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change). Mehr als 100.000 vier- bis zehnjährige Kinder aus Österreich, Deutschland, Großbritannien und anderen Ländern sammelten diese durch die Verwendung von nachhaltigen Verkehrsmitteln wie Rad oder Bus. Die Kindermeilen-Kampagne startete 2002 und läuft bis zur UN-Klimakonferenz 2007. (APA)