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Foto: apa/dpa/Norbert Försterling
Wien - Die Arbeiterkammer (AK) hat am Dienstag punkto Gentechnik mehr Information für Verbraucher gefordert. Die Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen sei "grundsätzlich nicht konsumentenfreundlich". "Das Gentechnikrecht hat Lücken und Tücken", bemängelte AK-Ernährungsexpertin Petra Lehner. Illegaler Gen-Reis tauche "aus dem Nichts am Markt auf und keiner erfährt, in welchen Produkten".

Genfunde

Anfang Oktober wurde laut AK in Reisprodukten nicht zugelassener gentechnisch veränderter Reis gefunden. Laut Homepage der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) seien bis Ende Oktober von 250 Proben 45 positiv getestet worden: "Von zufälliger Verunreinigung kann hier wohl nicht mehr die Rede sein", so Lehner. Der Reis sei zwar vom Markt genommen, aber die Konsumenten nicht informiert worden, um welche Produkte es sich handelt.

Uninformiere Konsumenten

"Wir haben immer kritisiert, dass man sich im Gentechnikrecht leicht hinter der Amtsverschwiegenheit verstecken kann, und Konsumenten nicht erfahren, welche Produkte illegalerweise gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder welche Produkte von der Lebensmittelaufsicht als falsch gekennzeichnet entlarvt wurden", sagte die Ernährungsexpertin.

So müssen nach AK-Angaben Eier oder Fleisch nicht gekennzeichnet werden, wenn das Tierfutter gentechnisch verändert war. Stellt die Lebensmittelpolizei Kennzeichnungsverstöße fest oder beschlagnahmt illegale Ware, erfahren Verbraucher nicht, um welche Produkte es sich handelte, beklagen die Konsumentenschützer. Die AK verlangt daher eine gesetzlich verankerte Auskunftspflicht. Zusätzlich wurde eine Broschüre aufgelegt, die einen Überblick im "Gentechnik-Dschungel" bieten soll. (APA)