Wien - Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) warnt die Umweltschützer in der Lobau vor den Folgen ihres Widerstandes. Es würde ihnen noch Leid tun, sollten sie es schaffen, die Nordost-Umfahrung (S1) unter dem Nationalpark zu torpedieren. "Wenn ihr den Tunnel verhindert, werdet ihr irgendwann die Brücke kriegen", erklärte Häupl.

Einen gewaltsamen Einsatz gegen die Besetzer schloss Häupl aus. "Ich schicke niemals die Polizei in die Au", betonte Häupl. Er werde sich nicht in einen politischen Konflikt für ein Projekt hineinhetzen lassen, für das noch nicht einmal die Finanzierung gesichert sei.

Kritik an Asfinag

Kritik übte Häupl erneut an der Autobahngesellschaft Asfinag. Er erwarte sich "Handschlagqualität" und das Einhalten der auf politischer Ebene getroffenen Vereinbarungen. "Wer darauf setzt, dass es eine Brückenlösung und eine Autobahn durch den Nationalpark gibt, wird diese, so lange ich da sitze, sicher nicht errichten", betonte er. Die Variante mit dem 8,5 Kilometer langen Tunnel unter Donau und Lobau, die die Asfinag mit 1,6 Mrd. Euro veranschlagt, sei der einzige Kompromiss, der den Schutz des Nationalparks erlaube.

Verärgert gab sich der Bürgermeister darüber, via Medien ausgerichtet bekommen zu haben, dass die Asfinag bei der Verbindung von der Donauuferautobahn (A22) zur Ostautobahn (A4) auch die oberirdische Variante prüfe: "Das fasse ich als Provokation auf." (APA)