Graz - Vertreter aller sieben steirischen Universitäten und Fachhochschulen sind am Montagabend in Graz zusammen gekommen - der steirische Presseclub hatte zum "Hochschulgipfel" geladen. Diskutiert wurde u. a. über Budget, Studentenzahlen und eine Bildungspolitik, die über Jahre gehen solle. Einig war man sich, dass man - so Uni-Graz-Rektor Alfred Gutschelhofer - nicht miteinander im Wettbewerb stehe und im Wunsch nach höheren Mitteln.

Begrenztes Budget, große Wünsche

Zu einem der Hauptthemen, dem Budget, meinte Wolfgang von der Linden, Vizerektor für Forschung und Technologie an der TU Graz: "Das ist bei weiten nicht so gekommen wie versprochen". Allerdings könne man mit dem Budget "was machen", in den vergangenen drei Jahren sei man gut ausgekommen - auch auf Grund der Drittmittel, die die TU durch Kooperationen mit der Industrie oder EU-Projekte lukriert.

Das Budget sei begrenzt, die Wünsche höher, erklärte auch der Rektor der Medizinischen Universität Graz, Gerhard Franz Walter. Er wünschte sich einen kapazitätenorientierten Zugang an Studenten: "Dass wir nicht mehr aufnehmen müssen, als wir vernünftig ausbilden können."

Unis selbst verantwortlich

Otto Kolleritsch, Rektor der Kunstuniversität Graz, erinnerte an die Selbstverantwortung der Unis in Sachen Budget. Die Universitäten hätten Gelegenheit zur Darstellung bekommen - der Ball liege bei den Unis, "mit unseren Inhalten Geist in die Sache zu bringen", erklärte Kolleritsch.

Man könne nicht Internationalisierung draufschreiben und dann Studenten aus Drittländern ausschließen, meinte der Rektor der Montanuniversität Leoben, Wolfhard Wegscheider, der das Interesse seiner Hochschule an mehr Studenten aus diesen Ländern kundtat. Die Hörsäle seien aber trotzdem nicht leer, sondern "übervoll durch Einheimische". Über das Budget war auch Wegscheider nicht begeistert, immerhin müssten nicht "frisch bezogene Gebäude wieder eingestampft werden".

Studienangebote ausgeweitet

Über den größten Expansionsschritt mit zwölf im Wintersemester gestarteten Studiengängen und ein starkes Wachstumsbudget vom Land konnte Anna Koubek von der FH Joanneum berichten: 2006 waren es zwölf Mio. Euro, 2010 sollen es 20 Mio. Euro sein. Die Zukunft der FH sah Koubek in Ausbildungsnischen.

Peter Hochegger, Geschäftsführer des Campus 02, der Fachhochschule der Wirtschaft, vertrat die mit einer Ausrichtung auf 1.000 Studienplätze kleinste und mit dem Start im Jahr 1996 auch jüngste Institution. Mit dem Ausbildungsangebot werde man auch zukünftig nicht in andere Bereiche als der Wirtschaft hineingehen. (APA)