Wien - Die russische Fluggesellschaft Aeroflot plant eine Wachstums- und Qualitätsoffensive. Bis 2020 will die Airline ihre Flotte um jeweils rund 40 Lang- und Mittelstreckenflugzeuge aufstocken, zusätzlich sollen 30 Stück Russian Regional Jets dazu kommen, erklärte Aeroflot-Generaldirektor Waleri Okulow (Valery Okulov) am heutigen Dienstag vor Journalisten in Wien.

Die Maschinen werden nicht gekauft, sondern geleast. Den Gesamtwert der Flugzeuge bezifferte Okulow auf rund 6 Mrd. US-Dollar (4,7 Mrd. Euro). Die Aeroflot müsse aber nur die Anzahlung für die neuen Flugzeuge bezahlen. Grundsätzlich gebe es auch Interesse für die Großraumflugzeuge Boeing B787 und Airbus A350, mit Boeing gebe es bereits "Verhandlungen".

Große Nachfrage nach Mozartstadt

Außer den regelmäßigen Wien-Flügen sei auch eine Linienverbindung nach Salzburg denkbar, erklärte Okulow am Dienstag. "Flüge nach Österreich sind in Russland sehr beliebt, es ist möglich, dass wir uns eine Erweiterung ansehen". Bisher bot Aeroflot im Sommer Charterflüge in die Mozartstadt an. "Aber die Nachfrage ist so groß, dass ich eine direkte Flugverbindung durchaus lohnen würde", erklärte der Aeroflot-Chef.

Derzeit besteht die Aeroflot-Flotte aus knapp 100 Flugzeugen, wobei ein Drittel auf Airbus (8 A319, 8 A320 und 3 A321) und Boeing (11 B767) und insgesamt 56 auf die Typen Iljuschin (14) und Tupolew (42) entfallen.

Vor genau 50 Jahren nahm die Aeroflot, damals eine der der größten Fluggesellschaften der Welt, Direktflüge zwischen Wien und Moskau ins Programm. Aktuell bedient Aeroflot die Strecke 14 Mal wöchentlich mit einem Airbus A319.

Gute Zusammenarbeit mit AUA

Weitere 18 wöchentliche Verbindungen bietet die Austrian Airlines-Gruppe (mit Airbus A319, A320 und A321). Mit der AUA bestehe eine "gute Zusammenarbeit", erklärte Okulow. Beide Gesellschaften führen ihre Flüge im Codeshare durch, also mit gemeinsamen Flugnummern. Während die AUA dem Bündnis Star Alliance um die Lufthansa angehört, ist Aeroflot Mitglied im SkyTeam um die Air France KLM.

Im laufenden Jahr 2006 rechnet Okulow mit einem Umsatz von 2,5 Mrd. Dollar, rund 180 Mio. Euro sollen für Leasingzahlungen aufgewendet werden. Die Zahl der Passagiere soll auf rund 100.000 Fluggäste (2005: 92.000) ansteigen. Aeroflot bietet aktuell knapp 90 Destinationen in 47 Ländern an. Hauptziel der Expansion ist Russland, wo mittlerweile 25 Ziele angesteuert werden. Von 9 Prozent Verkehrswachstum im vergangenen Jahr seien 16 Prozent auf das Inland, also Russland, entfallen. Auch im nächsten Jahr soll das Passagierplus in Russland mit 25 Prozent überproportional ausfallen. Die Sitzauslastung liegt bei 70 Prozent. (APA)