Wien – „Was für den Staat ein Klacks ist, ist für jeden Studierenden Semester für Semester eine große Belastung“, plädierte die ÖH am Dienstag einmal mehr für die Abschaffung der Studiengebühren. Dieser Argumentation kann VP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek wenig abgewinnen:_„One million here, one million there – und insgesamt ist es trotzdem viel Geld. Es gibt die Studienbeiträge ja nicht, weil wir die Studierenden quälen möchten“, sagte sie im Standard-Gespräch. Es gebe vielmehr einen sozialen Ausgleich, glaubt Brinek: „Diejenigen, die es sich leisten können, zahlen ihren Beitrag zur universitären Ausbildung, und sozial Schwächere Studierende bekommen ihn via Studienbeihilfe wieder zurück.“ Die Studiengebühren dürften also ein zentraler Streitpunkt werden, wenn die Untergruppe Bildung wieder koalitionsverhandelt. Schließlich hat doch Brineks SP-Pendant Josef Broukal erst am Dienstag im Standard erklärt, die SPÖ sei nach wie vor strikt für deren Abschaffung. Einen Konsens könnte man dagegen bei der Studienbeihilfe finden: Diese solle aufgestockt oder zumindest valorisiert werden, und das allein verursache bereits „Kosten in zweistelliger Millionenhöhe“, rechnet Brinek vor. Bei den Bildungsausgaben gibt es für die ÖVP-Politikerin Brinek noch einen anderen wichtigen Bereich: Der Kindergartenbesuch solle bundesweit günstiger oder gänzlich gebührenfrei werden, schließlich seien Eltern von kleinen Kindern meist wesentlich finanzschwächer als Eltern von Studierenden. (Andrea Heigl/DER STANDARD-Printausgabe, 22.11.2006)