Bild nicht mehr verfügbar.

Der Senat sieht durch Pendl den Ruf der Med-Uni Wien geschädigt.

Foto: apa/Gindl
Wien - Der Senat der Medizin-Universität Wien hat heute, Donnerstag, in einer geheimen Abstimmung die Absetzung von Universitätsrat Gerhard Pendl bestätigt, hieß es seitens der MUW gegenüber der APA. Bereits in der Vorwoche war ein entsprechender Antrag per Umlaufbeschluss angenommen worden. Pendl war wegen einer Rede am Grab des vom NS-Regime hoch dekorierten Luftwaffenoffiziers Walter Nowotny unter Beschuss geraten.

"Schwere Pflichtverletzung

Der 24 Mitglieder zählende Senat bestätigte mit der heutigen Abstimmung auch formell, dass "die Grabrede Gerhard Pendls an dem von der rechtsextremistischen und neonazistischen Szene Österreichs und sogar Deutschlands vereinnahmten Grabes des NS-Luftwaffenoffiziers Walter Nowotny die Reputation der Medizinischen Universität Wien massiv schädigt und damit in Anbetracht der Aufgaben und Zielsetzungen eines Universitätsrates der Medizinischen Universität Wien der Abberufungsgrund einer schweren Pflichtverletzung vorliegt".

Verfahren "zügig abschließen"

Über die Absetzung des Universitätsrats hat nun Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) zu entscheiden. Senat und Rektorat der Medizinischen Universität Wien erwarten "einen möglichst zügigen Abschluss des Verfahrens", um einer "weiteren Rufschädigung der Med-Uni Wien vorzubeugen".

Unterstützung des RFS

Pendl hat die Vorwürfe gegen ihn gestern, Mittwoch, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache zurück gewiesen. Er hat auch angekündigt, einen Abberufungs-Bescheid gerichtlich anfechten zu wollen. Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) hat laut Aussendung an der Med-Uni und über das Internet 1.339 Unterschriften gegen die Absetzung Pendls gesammelt. RFS-Mandatar Gernot Schandl sprach von einer "übewältigenden Unterstützung".