Wien - Österreichs Wirtschaftstreuhänder zweifeln an der Eignung spezieller internationaler Rechnungslegungsstandards für kleine und mittlere Unternehmen (SME-IFRS). Der Arbeitsentwurf, den der IAS-Board in London zur Diskussion gestellt habe, biete für KMUs keine erkennbaren Vorteile, so der Vizepräsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Alfred Brogyanyi, am Donnerstag in einer Presseaussendung.

Dem Mittelstand drohten durch IFRS-Bilanzierung erhebliche Mehrkosten, denn die bisher von vielen Unternehmen aufgestellte einheitliche Handels- und Steuerbilanz wäre dann nicht mehr möglich.

Keine verbindliche Vorschreibung

Keinesfalls dürften die IFRS für kleine und mittlere Unternehmen von der EU-Kommission verbindlich vorgeschrieben werden, so das Ergebnis der gemeinsamen Brüsseler Herbsttagung der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und der Bundessteuerberaterkammer (BStBK).

Die Zielsetzung von Internationalen Rechnungslegungsstandards liege in der Vermittlung entscheidungsrelevanter Informationen für Investoren, hingegen diene der handelsrechtliche Jahresabschluss vor allem der Kapitalerhaltung, der Ausschüttungsbemessung und dem Gläubigerschutz. Außerdem stelle er die Basis der steuerlichen Gewinnermittlung dar, begründet Brogyanyi.

Hohe Anforderungen

Neben enormen Umstellungskosten stelle der IFRS-Jahresabschluss fortdauernd hohe Anforderungen an Dokumentations- und Ermittlungspflichten der Unternehmen. Der SME-IFRS-Standard entbinde die Unternehmen zudem nicht davon, im Zweifelsfalle auch die so genannten "Full IFRS" anzuwenden. (APA)