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"In meiner Karriere ging es bisher nur aufwärts."

Foto: AP/ Trovati
Aspen - Nach den vielen Rücktritten und dem Fehlen starker Läuferinnen wie Janica Kostelic schien Anja Pärson die logische Favoritin auf den Weltcup-Gesamtsieg im kommenden Winter zu sein. Doch die vierfache Weltmeisterin und Slalom-Olympiasiegerin aus Schweden hat nach einer Knieoperation selbst mit großem Trainingsrückstand zu kämpfen. Beim Auftakt-Slalom in Levi kam sie über Platz 12 nicht hinaus.

Die 25-Jährige aus dem Stenmark-Ort Tärnaby ist aber zuversichtlich, mit jedem Saisonrennen besser zu werden und glaubt nicht, dass die Österreicherinnen schon in der kommenden Saison die große Kristallkugel an sich reißen können. Großes Saisonziel der zweifachen Weltcup-Gesamtsiegerin und Gewinnerin von 34 Weltcuprennen ist eine Goldmedaille bei der Heim-WM im Februar in Aare. "Erst dann ist meine Karriere komplett", erklärte Pärson in Aspen im Interview mit der APA.

Pärson hat aber nicht nur Skifahren im Kopf. An der in Monaco lebenden Euro-Millionärin geht nicht vorbei, dass sich der Klimawandel gerade zu einem der größten Probleme der Erde auswächst. Sie hofft deshalb, dass endlich ein globales Umdenken einsetzt.

Wie steht es nach der Knieoperation zu Saisonbeginn um die Form?
Pärson: "Ich habe nach der Knieoperation noch Schmerzen und Trainingsrückstand. Vor allem fehlen mir aber die Testtage, also muss ich mich teilweise noch mit alten Skiern herumschlagen. In Levi hatte ich Probleme mit der Abstimmung, außerdem kann ich derzeit noch nicht das volle Risiko nehmen."

In einer Saison ohne Kostelic, Dorfmeister und Co. hielt man Sie für die ganz große Favoritin.
Pärson: "Auf dem Papier sieht das sicher so aus. Aber nach einer Verletzung ist es immer schwierig. Für mich war es ja die erste Operation überhaupt. Aber es wird von Tag zu Tag besser."

Marlies Schild fuhr in Levi in einer eigenen Liga. Wird sie auch um die große Kristallkugel mitfahren?
Pärson: "Vielleicht noch nicht im kommenden Winter. Marlies wird sicher eine Menge Weltcup-Punkte machen, für den Gesamtweltcup musst du aber alle vier Disziplinen sehr, sehr stark fahren. Sie weiß das. In Zukunft wird sie sicher nur schwer zu schlagen sein."

Wer sind dann die Favoritinnen im kommenden Winter?
Pärson: "Die Österreicherinnen, vor allem Schild und Hosp sind sicher sehr gut. Ich stufe aber auch unsere Mädchen und vor allem die Amerikanerinnen hoch ein. Es wird nicht allzu viele Mehrfachsiegerinnen geben, dazu sind die anderen einfach zu stark."

Mit Olympia-Gold haben sie sich ihren großen Traum erfüllt. Gibt es da überhaupt noch Ziele?
Pärson: "In meiner Karriere ging es bisher nur aufwärts. Der Weltcup ist sicher ein Thema. In erster Linie will ich aber bei meiner Heim-Weltmeisterschaft in Aare Gold gewinnen. Erst dann ist meine Karriere komplett. Die Saison danach wird interessant, weil es nur um den Weltcup geht. Und dann kommt ja auch noch Olympia in Vancouver."

Sind sie insgesamt mit dem Interesse am Skisport zufrieden?
Pärson: "In Schweden auf jeden Fall. Da ist Skifahren nach Hockey und noch vor Fußball und Leichtathletik die zweitgrößte Sportart. Die WM in Aare wird großartig."

Der Klimawandel ist unübersehbar, der Skisport leidet ebenfalls stark darunter. Pärson: "Das darf man nicht ignorieren. Wir Skisportler bekommen es ja als erste mit, wie die Gletscher schmelzen. Es wird immer schwieriger, Platz für das Training zu finden, es ist viel zu warm. Ich hoffe, die ganze Welt nimmt dieses Problem und den Umweltschutz endlich umfassend ernst. In Schweden gehen wir mit unserem Müll sehr sorgsam um. In Monaco, wo ich lebe, wird alles einfach weggeschmissen." (APA)