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Foto: APA/ Robert Jaeger
Von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind in Österreich mindestens 30.000-40.000 Menschen betroffen. Diese in der Öffentlichkeit kaum bekannten Krankheiten sind laut einer Umfrage nur maximal sieben Prozent der ÖsterreicherInnen ein Begriff und werden häufig viel zu spät diagnostiziert.

Der wichtigste Schritt ist die Früherkennung

"Bei Durchfällen oder breiigen, weichen Stuhlgängen über drei Monaten ist an einen Morbus Crohn zu denken und eine Darmspiegelung einzuleiten" appellierte Wolfgang Petritsch von der Universitätsklinik für Innere Medizin Graz.

Nach einer aktuellen Erhebung dauert es in Österreich 3,1 Jahre vom Erstsymptom bis zur Diagnosestellung. Zum einen, möglicherweise weil Betroffene die Erstsymptome nicht deuten können. Aber auch, weil derzeit die Zahl spezialisierter ÄrztInnen und die Ausstattung mit Spezial-Ambulanzen den Bedarf der PatientInnen nicht decken kann.

Zu spät zu den Spezialisten

"Diese Darmerkrankungen sind lebenslang, unheilbar und mit progressiven Verlauf. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität und führen zu wiederholten Operationen. Umso dramatischer ist die Tatsache, dass fehlende Überweisung der Patienten an Spezialisten eine Verzögerung der Diagnosestellung bewirkt," kritisierte Univ. Prof. Dr. Walter Reinisch vom Wiener AKH.

Krankenstände und Isolation

Dementsprechend komme der Betroffene erst spät in Genuss einer adäquaten Therapie, die Auswirkungen auf Arbeits-, Leistungs- und Erwerbsfähigkeit können mitunter verheerend sein. Schwierigkeiten in der Partnerschaft, Probleme am Arbeitsplatz, freiwillige Isolation wegen ständiger Angst vor plötzlichen Stuhldrang treiben viele Erkrankte in die Isolation. (APA/red)