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Helmut Elsner befindet sich erneut im Krankenhaus.

Foto: APA/Robert Jäger
Brüssel/Aix-en-Provence - Die Auslieferung des ehemaligen Bawag-Chefs Helmut Elsner von Frankreich nach Österreich ist nach seiner neuerlichen Einlieferung in die Marseiller Universitätsklinik La Timone wieder völlig offen. "Ich werde ihn sicher nicht von der Polizei abholen lassen", sagte der zuständige französische Staatsanwalt Bertrand Charpentier, der mit der Umsetzung der Auslieferung betraut ist, am Donnerstag.

Vorerst unternehme die Staatsanwaltschaft sicher gar nichts, "zumindest so lange Herr Elsner im Krankenhaus liegt", betonte Charpentier. Alles hänge nun von der Diagnose ab, die die Ärzte erstellen. Ein neuer Antrag auf Verschiebung der Überstellung ist laut Charpentier noch nicht beim Gericht in Aix-en-Provence eingelangt. Der Staatsanwalt bezweifelt, dass darüber eine neue Verhandlung angesetzt werden würde.

Kontakt mit Ärzten

"Wir werden sicher nicht das Risiko eingehen, Herrn Elsner in Lebensgefahr zu bringen", sagte Charpentier. Man müsse jetzt die Diagnose der Ärzte abwarten und sehen, welche Therapien oder Eingriffe notwendig seien. Er werde sich laufend bei den Ärzten über das Befinden Elsners erkundigen, so der Staatsanwalt.

Die Auslieferungs-Entscheidung sei laut Europäischem Haftbefehl innerhalb einer bestimmten Frist umzusetzen, außer es gebe "außerordentliche Umstände", betonte der französische Staatsanwalt. Die Einlieferung Elsners ins Krankenhaus könne als solche gesehen werden.

Ob neuerlich ein amtliches Gutachten über den Gesundheitszustand des 71-jährigen Ex-Bankers erstellt wird sei die Entscheidung des Gerichts, sagte Charpentier. Dieses müsse auch entscheiden, wie mit dem von Elsners französischem Anwalt Gérard Baudoux für Donnerstag angekündigten neuen Antrag auf Aufschub der Auslieferung umgegangen wird.

Anwalt schließt Überstellung vor Weihnachten aus

Elsners österreichischer Anwalt, Wolfgang Schubert, hält eine Überstellung des Ex-Managers aus Frankreich nach Österreich vor Weihnachten für nicht mehr möglich. "Auf Grund seines Gesundheitszustands schließe ich persönlich das aus", sagte Schubert am Donnerstag auf Anfrage der APA.

Das BZÖ sieht in der Causa Elsner massiven Handlungsbedarf bei der kurz vor den Wahlen aus dem BZÖ ausgetretenen Justizministerin Karin Gastinger. "Es stellt sich wirklich die Frage, wie lange sich der österreichische Rechtsstaat das Affentheater um einen Herrn Elsner noch bieten lässt", so BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz in einer Aussendung. Die Ministerin solle endlich den französischen Behörden klar machen, dass es sich bei Elsner um keinen "Hendldieb" handle. Die "noble Zurückhaltung" der österreichischen Justizministerin gegenüber den französischen Behörden sei unerträglich. (APA)