Berlin - Der Deutsche Bundestag hat den Bosnien-Einsatz der Bundeswehr um ein weiteres Jahr verlängert. Zugleich senkten die Abgeordneten am Donnerstagabend die Mandatsobergrenze von 3.000 auf 2.400 Soldaten ab. Derzeit sind in Bosnien-Herzegowina knapp 900 deutsche Soldaten im Einsatz. Als Teil der EU-Truppe EUFOR sichern sie dort den Frieden nach dem Zerfall Jugoslawiens. Auftrag der EUFOR ist es, die Umsetzung des Dayton-Abkommens zu ermöglichen, das 1995 ausgehandelt wurde und den Bosnien-Krieg beendete. Österreich hat in Bosnien-Herzegowina rund 300 Soldaten stationiert.

In namentlicher Abstimmung votierten 486 der 534 anwesenden Bundestagsabgeordneten mit Ja, 46 stimmten mit Nein, es gab zwei Enthaltungen. Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagte, die Angehörigen der Bundeswehr hätten einen wichtigen Beitrag für ein sicheres Umfeld, für Stabilisierung geleistet. Mit den Wahlen sei Bosnien jedoch "noch nicht am Ziel angekommen". Es seien noch eine Reihe von Herausforderungen zu meistern. Noch bestünden Risiken für die Stabilität, deshalb sei ein europäisches Engagement weiterhin gefordert.

Positive Entwicklung in Bosnien

Die Absenkung der Mandatsobergrenze hatte die deutsche Regierung mit der positiven Entwicklung in Bosnien begründet. Außerdem werde damit auch Bestrebungen Rechnung getragen, im kommenden Jahr einen schrittweisen Abzug der EU-Truppe einzuleiten, sagte ein Regierungssprecher. Dafür seien aber noch Abstimmungen in der EU nötig.

Zuletzt hatte die Regierung in Berlin einen Abzug deutscher Soldaten ab der ersten Jahreshälfte 2007 als denkbar bezeichnet. Insgesamt sind derzeit rund 9.000 deutsche Soldaten im Auslandseinsatz, die größten Kontingente sind in Afghanistan, auf dem Balkan, vor der libanesischen Küste und im Kongo stationiert. (APA/Reuters)