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Farblich passt man zusammen: Renate Götschl und die Royal Canadian Mounted Police.

Foto: Reuters/Clark
Lake Louise/Wien - Mit ihrem Super G-Sieg im Damen-Ski-Weltcup in Lake Louise hat die Steirerin Renate Götschl am Sonntag ihre Kritiker Lügen gestraft. Bei ihrem bereits fünften Erfolg in den kanadischen Rocky Mountains, nach 2000 und 2003 dem dritten im Super G, präsentierte sich die 31-Jährige in alter Stärke, die Enttäuschungen der vergangenen Saison schienen wie weggeblasen. "Der Lauf war nahezu perfekt, es hat mir richtig Spaß gemacht. Ich habe auf die Bedingungen gepfiffen", meinte Götschl nach ihren 39. Weltcup-Triumph, dem 14. im Super G.

Trainingsgruppe gewechselt

"Nach der letzten Saison ist das schon eine Genugtuung", machte die "Speed Queen" keinen Hehl daraus, nach einem in Summe enttäuschenden Olympia-Winter samt anschließender Knie-Operation ins Grübeln gekommen zu sein. Erst im Sommer hatte sie sich zum Weitermachen durchgerungen, dabei nicht nur Ski, Schuhe, Bindung (Atomic) und den Servicemann (Andreas Berger) der zurückgetretenen Doppel-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister übernommen, sondern auch die Trainingsgruppe gewechselt.

Neben Götschl und der viertplatzierten Kathrin Wilhelm überzeugte auch Nicole Hosp, welche mit einem besonderen Erfolgserlebnis aus Nordamerika heimkehrte. Die 23-jährige Tirolerin verteidigte mit einem siebenten Rang erfolgreich ihre Weltcup-Gesamtführung. "Was rauskommt, sehen wir am Ende der Saison. Ich habe einmal wichtige Punkte gesammelt", wehrte sie frühe Spekulationen über den Gewinn der großen Kristallkugel jedoch ab. Nach der Pause der regierenden Weltcup-Gesamtsiegerin Janica Kostelic scheint das Rennen offen wie selten zuvor.

Lindsey Kildow als starke Rivalin

Als vielleicht stärkste Rivalin der ÖSV-Damen präsentierte sich in Nordamerika die US-Amerikanerin Lindsey Kildow. Nach den Rängen eins und zwei in den Abfahrten musste sich die 22-Jährige am Sonntag nur Götschl geschlagen geben. "Drei Podiumsplätze in drei Tagen, was kann man mehr erwarten?", meinte das US-Girl. Nach 260 von 300 möglichen Weltcup-Punkten fehlen der in Kirchberg (Tirol) wohnenden Kildow (275 Punkte) nur 16 Zähler auf Hosp (291). Doch auch Kildow sitzt eine rot-weiß-rote Armada im Rücken: Mit Marlies Schild (237), Götschl (211) und Kathrin Zettel (205) rangieren drei Österreicherinnen auf den Plätzen drei bis fünf.

Für die österreichische Damen-Riege endeten die Übersee-Rennen somit, wie sie begonnen hatten - mit einem Sieg. In fünf Rennen holte die Mannschaft um Cheftrainer Herbert Mandl drei erste Plätze, stand insgesamt sechsmal auf dem Podest und präsentierte sich damit eindeutig als stärkeres Geschlecht im ÖSV. "Ich bin sehr zufrieden. Bis auf das eine Rennen, in dem die Bedingungen schlecht waren (erste Abfahrt, Anm.) sind es zwei Traumwochen gewesen", war Mandl mit dem Gebotenen zufrieden. "Wir haben perfekt gearbeitet, jetzt werden wir heimfahren und einmal regenerieren."

Offener Termin-Kalender

Wie es mit der Weltcup-Saison weitergeht, steht zum derzeitigen Zeitpunkt in den Sternen. Sollte das kommende Wochenende pausiert werden, würde die Punktejagd erst am 16. und 17. Dezember in Val d'Isere fortgesetzt werden. Wie FIS-Damen-Renndirektor Atle Skaardal am Sonntag durchblicken ließ, könnte der Damen-Weltcup auf Grund des Schneemangels in Europa jedoch noch vor Weihnachten nach Kanada zurückkehren. Eine Anfrage an den kanadischen Skiverband sei bereits gestellt.(APA)