Um die Talfahrt von Yahoo aufzuhalten und umzukehren, hat das Unternehmen radikale Umstrukturierungen angekündigt. Neben dem Sesselrücken in der Chefetage soll das Unternehmen in drei Bereiche gegliedert und so entscheidungsfähiger und effizienter gemacht werden, berichtet das Wall Street Journal. Entlassungen werde es keine geben, wie der Konzern betont. Kritiker bemängeln allerdings, dass unter der neuen Struktur gewisse Bereiche immer noch in unterschiedliche Zuständigkeiten fallen. Somit steht in Frage, ob die im Erdnussbutter-Manifest, einem von Senior Vizepräsident Brad Garlinghouse betitelten internen Papier, angesprochenen Mängel auch tatsächlich beseitigt werden können.

"Beispielsweise ist Yahoos Advertising-Programm nicht so ausgereift"

Auch Ronald-Peter Stöferle, Erste-Bank-Analyst, zeigt sich skeptisch, ob Yahoo wirklich an Google herankommen kann. "Was bei Yahoo fehlt sind die Ideen. Bei Google sieht man eindrucksvoll, wie in allen möglichen Bereichen Innovationen gemacht und Produkte auf den Markt gebracht werden. Beispielsweise ist Yahoos Advertising-Programm nicht so ausgereift", sagt Stöferle gegenüber pressetext. An eine Übernahme glaube er aber dennoch nicht. Interessant könnte der Suchmaschinenbetreiber als Übernahmekandidat höchstens für Medienhäuser sein.

Nachfolge

Im Rahmen der Veränderungen wird eine Frau, Susan Decker, derzeitige Finanzdirektorin, die Leitung des Werbegeschäfts übernehmen. Sie wird als potenzielle Nachfolgerin des 64-jährigen Vorstandsvorsitzenden Terry Semel, dessen Pensionierung wahrscheinlich bevorsteht, gehandelt. Auch Daniel Rosezweig, bisheriger Geschäftsführer von Yahoo, der seine Funktion ebenfalls aufgeben wird, ist ein Kandidat für den Chefsessel. Gehen werden Lloyd Braun, Leiter der Yahoo Media Group und ehemals Vorsitzender bei Walt Disney, und Vizepräsident John Marcom. Nach der neuen Struktur wird Yahoo in die Bereiche Audience, Werbung und Verlag sowie Technologie gegliedert. (pte)