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Wolfgang Rosam und Dietmar Ecker

Foto: APA/DORIS KUCERA
Im Wiener Nobelitaliener Fabios wurde am Mittwoch bereits die große Koalition gefeiert. Der als sozialdemokratisch geltende PR-Profi Dietmar Ecker und der bürgerliche Kommunikator Wolfgang Rosam gaben offiziell die Gründung ihrer gemeinsamen Lobbyingagentur "Public Interest" bekannt, etat.at berichtete bereits vergangene Woche über das Projekt (siehe dazu Rot-schwarze Lobbyisten-Fusion ). Die Agentur ab 1. Jänner nicht nur der politischen Baustelle - große Koalition - die Wege ebnen, sondern auch Österreichs Politik- bzw. Wirtschaftsinteressen im zentraleuropäischen Raum sowie in Brüssel durchsetzen.

"Führender Lobbying-Partner für die Wirtschaft"

Geht es nach den Gründern, soll "Public Interest" ein "führender Lobbying-Partner für die Wirtschaft und ihre Beschäftigten, die ihre Interessen in der Politik noch stärker vertreten wissen möchten", sein. Und auch für die Politik selbst wollen Rosam und Ecker strategische Partner sein, wenn es darum geht, Aufklärungsarbeit rund um Steuer- und Abgabenpolitik, Gesundheit und Verkehr in der Öffentlichkeit zu leisten. Etappenziel ist es, "innerhalb der nächsten zwei Jahre Lobbying-Marktführer in Österreich zu sein und nach einem weiteren Jahr Marktführer in CEE", erklärten die Lobbyisten in eigener Sache.

In Summe möchte sich die neue Agentur nur Themen widmen, die "Wachstum und Beschäftigung fördern", so Ecker. Außerdem trete man dafür ein, das Lobbying, das immer mehr vor dem Image-Verfall steht, "auf eine seriöse Ebene zu führen", sagte Rosam. Ziel sei es, eine Win-Win-Situation für die Beteiligten zu erzielen.

Länderbüros in CEE-Staaten

Im Bereich CEE will "Public Interest" schon bald Länderbüros in den für Österreich wirtschaftlich wichtigen Staaten eröffnen. Jüngste Beispiele hätten hier gezeigt, dass Verträge zwischen Wirtschaft und Politik allein nicht ausreichen. Rosam erwähnte etwa das Platzen des Flughafen-Deals Wien-Bratislava aus - wie er sagte - rein politischen Gründen.

Büro in Brüssel

In Brüssel soll im kommenden Jahr gemeinsam mit einem Deutschen und einem Schweizer Agenturpartner ein Büro eröffnet werden. Die Agentur gehört je zur Hälfte den beiden Gründern, es sollen aber schon bald weitere Partner aus politischen Bereichen - etwa ehemalige Minister - dazu kommen, kündigte Rosam an. Konkrete Gespräche mit "Top-Namen" seien im Gang, hieß es - näheres wurde aber nicht preisgegeben.

"Mittwochs-Club"

Begleitet wird der Zusammenschluss der - politisch - ungleichen Partner von einer neuen Clubgründung: Ab Jänner soll es für die Spitzen der Polit- und Wirtschaftsszene den "Mittwochs-Club" geben, der wenig überraschend mittwochs gegen 18.00 Uhr stattfinden soll. Eine entsprechend elitäre Lokation soll noch gefunden werden. (APA)