Washington - Im Bericht der unabhängigen US-Kommission unter der Leitung des ehemaligen republikanischen US-Außenministers James Baker und des Demokraten Lee Hamilton wird ein Strategiewechsel in der amerikanischen Irak-Politik gefordert. Im Folgenden Auszüge aus dem am Mittwoch in Washington vorgestellten Bericht sowie Zitate von der Pressekonferenz Bakers und Hamiltons:

"Wir glauben, dass es ein Fehler für die USA wäre, das Land zu früh zu verlassen. (...) Wir empfehlen keinen übereilten Truppenrückzug aus dem Irak, weil es zu einem Blutbad und einem erweiterten regionalen Krieg führen könnte."

"Die Iraker wurden von einem albtraumhaften, tyrannischen Regime befreit, nur um nun den Albtraum brutaler Gewalt zu erleben."

"Die Lage im Irak ist ernst und verschlechtert sich. Es gibt keinen Weg, der einen Erfolg garantiert. (...) Es gibt keine Zauberformel, die die Probleme des Iraks lösen wird."

"Die USA sollten deutlich die Zahl der Soldaten erhöhen, einschließlich von Kampftruppen, die eingebettet in die irakischen Armee-Einheiten diese unterstützen. (...) Wir empfehlen eine fünffache Verstärkung der US-Truppen, die das irakische Militär ausbilden, von (...) 4000 auf 20.000 Mann. Wir empfehlen nicht, die Gesamtstärke der US-Truppen - wie vorgeschlagen - um 100.000 bis 200.000 Mann zu erhöhen. (...) Zusätzliche Streitkräfte dieser Größenordnung sind einfach nicht vorhanden."

"Eine militärische Lösung wird die Gewalt im Irak nicht beenden. Wir müssen den Irakern helfen, sich selbst zu helfen."

"Die Ereignisse im Irak könnten unsere Empfehlungen überholen. Aus diesem Grund glauben wir, dass Entscheidungen mit einiger Dringlichkeit von unseren führenden Politikern getroffen werden sollten."

"Wir empfehlen keine Teilung des Iraks. (...) Das könnte zu einem humanitären Desaster und einem breit angelegten Bürgerkrieg führen." (APA/dpa)