Heidelberg - Unfruchtbarkeit kann auch auf Nervenzellen im Gehirn zurückgehen. Denn das Startsignal für den Eisprung kommt von bestimmten Neuronen, deren Aktivität wiederum von dem Hormon Östrogen abhängt. Bei der detaillierten Untersuchung dieses Signalwegs entdeckten Wissenschafter des Deutschen Krebsforschungszentrum neue Ursachen der Unfruchtbarkeit.

Signal für Eisprung

Entscheidend für den monatlichen Eisprung der Frau ist, wie weit das Ei gereift ist, und dass das Gehirn davon erfährt. Das im Eierstock gebildete Hormon Östrogen bringt die Information um den 14. Tag des Fruchtbarkeitszyklus ins Gehirn. Als Antwort regen die stimulierten Nervenzellen die verstärkte Ausschüttung des Hormons Gonadotropin in der Hirnanhangsdrüse an und geben damit das Signal für den Eisprung.

Die Heidelberger Molekularbiologen stellten fest, dass nur eine bestimmte Gruppe von Nervenzellen im Gehirn das Östrogen-Signal empfängt. Um die Botschaft zu erkennen, brauchen diese Zellen aber den Östrogen-Rezeptor Alpha. Bekannt war bisher, dass weibliche Tiere ohne diesen Rezeptor unfruchtbar sind. Die Forscher zeigten nun an Mäusen, dass der Rezeptor nicht nur vorhanden sein, sondern zusätzlich auch aktiviert werden muss.

Allerdings besitzen jene Nervenzellen, die für die Freisetzung des Botenstoffes Gonadotropin wichtig sind, den Östrogen-Rezeptor nicht. Diese Gonadotropin-Produzenten erhalten das Signal, mehr Hormon auszuschütten, durch eine zweite Gruppe von Nervenzellen im Zwischenhirn. Die Forscher vermuten, dass Östrogen die Aktivität von Nervenzellen noch über weitere Regelkreise steuert. (APA/AP)