Linz - Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges galt es, Österreich von den Nazis zu säubern. Errichtet wurden dafür, vor allem von den amerikanischen Streitkräften, spezielle Anhalte-Lager. Die Auflösung des "Lagers Glasenbach" bei Salzburg jährt sich im kommenden Jahr zum sechzigsten Mal und ist jetzt Grundlage für ein neues Forschungsprojekt des Linzer Landesarchivs.

Das "Lager Glasenbach" - der offizielle Name lautete "Camp Marcus W. Orr" - wurde von den amerikanischen Streitkräften 1945 errichtet und war bis zur Auflösung 1947 das Größte seiner Art in Österreich. Per "automatic arrest" wurden dort alle jene Personen interniert, die aufgrund ihrer Position, ihres Ranges oder ihrer Kenntnisse "versuchen könnten, die Naziorganisation aufrechtzuerhalten oder wiederzubeleben". Insgesamt durchliefen 20.000 Gefangene Glasenbach.

Der Linzer Historiker Peter Eigelsberger versucht nun in mühevoller Kleinarbeit, die Geschichte des Internierungs-Camps aufzuarbeiten. Problem dabei sei aber die "sehr dürftige Aktenlage", so Eigelsberger. Der Historiker hofft jetzt auf die Mithilfe der Bevölkerung. Sollte jemand noch alte Aufzeichnungen besitzen, wäre das Linzer Landesarchiv die richtige Adresse. (Markus Rohrhofer/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9./10. 12. 2006)