Wien - In der Vorweihnachtszeit gibt es vor allem eines: viele Weihnachtsfeiern. Wer sich bei einer betrieblichen Weihnachtsfeier verletzt, steht grundsätzlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das gilt auch für die Heimreise nach den Feierlichkeiten. Allerdings muss das Fest offiziell vom Dienstgeber oder von der Personalvertretung organisiert und ein Repräsentant der Firma anwesend sein, erklärt Wolfgang Panhölzl, Sozialversicherungsexperte der Arbeiterkammer.

War jedoch Alkohol beim Unfall im Spiel, bestehe die Möglichkeit, dass der Versicherungsschutz erlischt. Wenn man hingegen nur "angemessen getrunken" und sich während des Firmenfests verletzt habe, sei der Versicherungsschutz in der Regel nicht gefährdet, so Panhölzl. Grundsätzlich könne man sagen, dass die Versicherung dann nicht mehr zahlt, sobald die Unfallursache auf zu starke Trunkenheit zurückzuführen ist. Allerdings seien solche Versicherungsangelegenheiten immer im Einzelfall zu betrachten.

Eine Abgrenzung, wann die Firmen-Weihnachtparty zu Ende und das "private Weiterfeiern des harten Kerns" anfängt, sei aber nicht immer deutlich erkennbar. Gibt es kein öffentlich verkündetes Ende, kann man in der Regel an der vorangeschrittenen Stunde - etwa wenn die Feier offiziell um 16.00 Uhr begonnen habe, der Unfall aber erst um 2.00 Uhr passiere -, dem Ort des Geschehens und an der Anzahl der anwesenden Personen ermitteln, ob noch ein Unfallschutz bestehe. Denn Mitarbeiter, die sich bei privaten Feiern der einzelnen Abteilungen verletzen, steht keine gesetzliche Unfallversicherung zu, stellt der Versicherungsexperte klar. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.12.2006)