In Wien-Floridsdorf entsteht ab kommenden Jahr eine Büroimmobilie, die nach Angaben der Stadt das "größte Öko-Bürohaus Österreichs" sein wird. Durch Passivhausbauweise, Solarkühlung, Photovoltaik-Anlage und Nutzung der Erdwärme soll es um 50 Prozent weniger Energie verbrauchen, als ein konventionelles neues Gebäude. Heute, Dienstag, wurde das Projekt in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Projektentwickler ist der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF). Geplant wurde das Haus von der Architektin Ursula Schneider. Unter dem Namen "Energybase" wird es in der Giefinggasse auf den ehemaligen Paukergründen errichtet. Das Investitionsvolumen beträgt 14 Mio. Euro. Das Haus wird über vier Stockwerke plus Erdgeschoß mit einer Nutzfläche von 7.500 Quadratmetern verfügen. Die Miete soll entsprechend der Marktlage rund elf Euro pro Quadratmeter betragen.

Gezielter Einsatz von Pflanzen

Beim Energieverbrauch müssen gegenüber einem herkömmlichen Bürohaus nur 20 Prozent für Heizen, Lüften und Beleuchten zugekauft werden. Statt 90.000 Euro sollen die jährlichen Kosten dafür daher nur 18.000 Euro betragen. Damit will man einen jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß von 180 Tonnen einsparen. Die Mehrkosten betragen rund 2 Mio. Euro, die aus Bundes- und EU-Fördermitteln abgedeckt werden.

Eine weitere Besonderheit ist der gezielte Einsatz von Pflanzen. In so genannten Pufferräumen sorgen sie für Luftfeuchtigkeit, die ins haustechnische System eingespeist wird. Dabei kommen 500 Pflanzen eines speziell gezüchteten Zyperngrases zum Einsatz, mit denen man auch Schadstoffe aus der Luft filtern will.

Wie Wirtschaftsstadtrat Sepp Reider (S) betonte, sollen in das Haus ab Ende 2008 schwerpunktmäßig Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien einziehen. Auch ein neuer Fachhochschullehrgang soll etabliert werden. "Das ist ökologisch, aber auch wirtschaftlich ein sehr interessantes Projekt", betonte er. (APA)