Das Bieterverfahren für Deutschlands größten Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 ist am Dienstag zu Ende gegangen. Bis zu Mittag hatten Interessenten Zeit, ihre Gebote für die Mediengruppe mit den Sendern ProSieben, Sat.1, Kabel eins und N24 bei einer Londoner Investmentbank abzugeben. Zum Verlauf des Verfahrens wollte sich ein Sprecher der bisherigen Eigentümer um den US-Milliardär Haim Saban am Dienstag zunächst nicht äußern.

Zuletzt waren nach Informationen aus Branchenkreisen zwei Konsortien aus Finanzinvestoren sowie der türkische Medienkonzern Dogan im Rennen um ProSiebenSat.1. Als Kaufpreis waren mehr als drei Mrd. Euro im Gespräch.

Gebote bis zu sechs Milliarden Euro erwartete das "Wall Street Journal" für die Mehrheit an ProSiebenSat.1, der größten privaten deutschen Fernsehgruppe. 2,5 Milliarden Euro bot vor knapp einem Jahr der Springer-Verlag, durfte aber laut Kartellamt nicht kaufen. Drei Gruppen waren zuletzt noch im Rennen:

  • Dogan: Der türkische Medienriese, an dem neuerdings Springer eine Minderheit hält, will mit deutschen Banken bieten.

  • Goldman Sachs und Apax (bereits an der osteuropäischen TV-Holding CME beteiligt).

  • KKR/Permira würden die skandinavische TV-Holding SBS in den deutschen Konzern einbringen. (APA/red/DER STANDARD; Printausgabe, 12.12.2006)