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Der Nebel NGC 6357: In dessen Zentrum steht der vermeintlich superschwere Stern Pismus 24-1.

Foto: AP/ ESA-NASA

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Der Gigant Pismus 24-1 entpuppte sich als Doppelstern, möglicherweise besteht das System, sogar aus drei Sternen.

Fotos: AP/NASA/ESA/Monatge: derStandard.at
Garching - Astronomen müssen eine Riesensonne von der Kandidatenliste für den größten Stern unserer Milchstraße streichen: Der Gigant Pismus 24-1, der Schätzungen zufolge die 200- bis 300-fache Masse unserer Sonne besitzen sollte, besteht in Wirklichkeit aus zwei Sternen. Das zeigen Beobachtungen mit der detailgenauesten Kamera des Weltraumteleskops "Hubble".

Die am Montag vom europäischen "Hubble"-Zentrum in Garching bei München vorgestellten Aufnahmen enthüllen, dass es sich bei dem vermeintlichen Rekordanwärter im Sternbild Schütze um einen Doppelstern handelt.

Bisher einer der Schwersten

Wie schwer ein Stern werden kann, ist nicht eindeutig geklärt. Die Theorie legt einen Wert von 120 bis 300 Sonnenmassen nahe. Pismus 24-1 galt daher als einer der schwersten bekannten Sterne in unserer Galaxie, der Milchstraße. Tatsächlich handelt es sich jedoch um mindestens zwei Sterne mit einer Masse von jeweils etwa 100 Sonnen, die sich gegenseitig umkreisen, wie Astronomen um Jesus Maiz Apellániz vom Astrophysikalischen Institut Andalusiens (Spanien) mit "Hubble" beobachtet haben.

Das Sternensystem liegt im rund 8.000 Lichtjahre entfernten Gasnebel NGC 6357, der von heißen, jungen Sternen teilweise zum Leuchten angeregt wird. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

Möglicherweise Dreigestirn

Möglicherweise müsse die Masse der Einzelsterne sogar noch weiter nach unten korrigiert werden, betont das "Hubble"-Zentrum. Andere, bodengestützte Beobachtungen deuteten darauf hin, dass es sich sogar um ein System aus drei Sternen handele, die dann jeweils auf etwa 70 Sonnenmassen kämen. Damit wären die einzelnen Sterne von Pismus 24-1 jedoch immer noch unter den Top 25 der bislang bekannten massereichsten Sterne unserer Milchstraße. (APA/dpa)