Wien - Wenn es nach den Experten in den Koalitions-Arbeitsgruppen geht, wird es in Österreich in absehbarer Zeit eine Pflicht zur finanziellen Absicherung eines späteren Pflegerisikos geben. In der Sache richtig, in der Praxis aber mit einer Reihe von Unwägbarkeiten versehen, sagt die deutsche Forscherin Jasmin Häcker: "Vorsicht, Finger weg von der Umlage-Finanzierung", sagte Häcker am Rande der Tagung "Pflege.Leistbar.Machen" des Hilfswerks.

Die in Deutschland 1995 eingeführte "soziale Pflegeversicherung" basiert zum Großteil auf dem von der Pensionsversicherung her bekannten Umlage-Verfahren - aktuelle Pflegeleistungen müssen also aus den jeweils aktuell geleisteten Beiträgen (in Deutschland: 1,7 Prozent des Einkommens) finanziert werden. Seit Jahren herrscht hier Sanierungsbedarf, weil der Beitragssatz nicht ausreicht.

Häcker, die am Forschungszentrum Generationenverträge in Freiburg tätig ist, empfiehlt für die Pflegeversicherung ein Kapitaldeckungsverfahren (bei dem für spätere Leistungen nach dem Versicherungsprinzip angespart wird), bei dem es einheitliche Kopfprämien, aber sozial gestaffelte Zuschüsse aus dem allgemeinen Steuertopf geben sollte. (cs/DER STANDARD, Printausgabe, 13.12.2006)