Beirut - Die libanesische Regierung hat am Dienstag erneut die Einsetzung eines internationalen Tribunals zum Mord am früheren Regierungschef Rafik Hariri gefordert. Die Minister bekräftigten ihre Entscheidung vom 25. November und forderten damit die pro-syrische Opposition heraus. Zuvor hatte Präsident Emile Lahoud seine Zustimmung zu dem Tribunal verweigert.Nach der Verfassung liegt die Entscheidung nun beim Parlament, wo die Regierung über eine Mehrheit verfügt. Allerdings wird erwartet, dass Parlamentspräsident Nabih Berri sich weigert, eine Sitzung zu dem Thema einzuberufen. Berri stellte sich auf die Seite der Regierungsgegner, die erklärten, das Kabinett unter Ministerpräsident Fuad Siniora habe seine verfassungsgemäße Legitimität verloren. Das Tribunal soll dazu beitragen, die Wahrheit über den Mordanschlag auf Hariri im Februar 2005 ans Licht zu bringen, wie Siniora erklärt hat. Eine von der UNO eingesetzte Ermittlungskommission macht den syrischen und den libanesischen Geheimdienst für den damaligen Bombenanschlag verantwortlich. (APA/AP)