Seit rund einem Jahr können Kunden in Österreich Vorsorgeprodukte direkt im Internet abschließen. Die Direktvorsorge, die in der Steiermark gegründet wurde, heißt Robin Hood und bleibt der edlen Gesinnung des Namensgebers treu: Die Ersparnisse, die durch den Vertrieb über das Internet entstehen, werden in Form eines Bonus an die Kunden weitergegeben. Die Höhe dieses Robin-Hood-Bonus – konkret geht es um einen Teil jener Provision, die im herkömmlichen Vertrieb ein Versicherungsvertreter oder Makler erhält – errechnet sich anhand der eingezahlten Prämien, dem Produkt und der Laufzeit.

Derzeit bietet Robin Hood neben der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge auch Lebens- und Risikoversicherungen sowie Bausparverträge an. Die Vorsorgeprodukte stammen von großen Anbietern wie etwa der Allianz, Bank Austria Creditanstalt, Generali, Uniqa oder der Wiener Städtischen. Der Vertragspartner ist immer das Institut, für dessen Produkt man sich entscheidet. 2007 wird das Sortiment erweitert. Neu aufgenommen werden der Meinl European Land, eine Schiffsbeteiligung und ein Fonds mit gebrauchten Lebensversicherungen von König & Cie sowie ein Tilgungsträger von Standard Life.

Gegründet wurde die Vorsorge-Plattform im Sommer 2005 von dem Betriebswirtschaftlehrer und Finanzanalysten Wolfgang Jannach und von Gerhard Hennebichler, der bisher ebenfalls als Analyst und als Fondsmanager tätig war und die 3 Banken Generali Investmentgesellschaft leitete. "Die Produkte müssen cash-&-carry-fähig sein, damit die Leute sich auskennen und einfach abschließen können", beschreibt Jannach. Das Prämienvolumen belief sich im ersten Jahr auf 3,2 Mio. Euro. Im neuen Geschäftsjahr (ab Oktober) sind 4,2 Mio. neu hinzugekommen. Bis zum Jahresende soll in Summe ein Bonus von 500.000 Euro ausbezahlt werden. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.12.2006)