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Tödliches Sparschwein: Liquidität ist wichtig, Investieren auch

Foto: APA/Artinger
Jedes Unternehmen will Gewinne schreiben. So weit die Theorie – in der Praxis vieler Klein- und Mittelbetriebe geht es aber längst nicht mehr um Renditezahlen, sondern um den Erhalt der Zahlungsfähigkeit. Denn Verluste sind, soweit sie nicht in einer Überschuldung gipfeln, zu verkraften. Wer jedoch seine Zahlungsfähigkeit nicht mehr aufrecht erhalten kann, steht vor dem Konkurs – und das kann trotz eines erzielten Gewinnes geschehen.

Alle PartnerInnen, die in irgendeiner Form Interesse am Fortbestand des Unternehmens haben – EigentümerInnen, ArbeitnehmerInnen, Management, Banken und sonstige Finanzierungsgruppen – sind an der Zahlungsfähigkeit des Betriebs interessiert. Was jedoch selten bedacht wird: Ein zu starkes Streben nach Liquidität birgt auch Nachteile.

Dilemma

Einerseits sind der Planbarkeit der Zahlungsflüsse Grenzen gesetzt. Meist ist nämlich schwer zu prognostizieren, wann offene Forderungen beglichen werden und wie viele von ihnen abgeschrieben werden müssen. Ungewisse Zahlungsverpflichtungen anderen gegenüber – beispielsweise reklamierenden KundInnen oder dem Finanzamt gegenüber – sind kaum vorab kalkulierbar, können gerade kleine Unternehmen mit einer schwachen Kapitalbasis enorm treffen. Hier zeichnet sich ein Dilemma ab, das schon vielen Betrieben das Leben gekostet hat: Je mehr man nämlich auf Sicherheit setzt und sich Kapitalpolster für solche unerwarteten Ereignisse zur Seite legt, desto schwieriger wird es auch, Grundlagen für zukünftige Einkünfte zu schaffen: Wer unnötig viel Geld anspart, kann weniger investieren. Und wer dauerhaft bei Investitionen knausert, wird kaum zusätzliche Erträge lukrieren. (red)