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Eine Depression in violett.

Foto: APA/Artinger
Wien/Barcelona - Wie schon in der vergangenen Saison sind alle ÖFB-Vereine auch im Fußball-Europacup 2006/07 schon vor der Winterpause vom Teilnehmer zum Zuschauer degradiert worden. Als letzter rot-weiß-roter Vertreter nahm am Mittwoch im Olympia-Stadion von Barcelona FK Austria Magna endgültig den Hut. Die Wiener verloren vor nur 5.580 Zuschauern gegen den seit zehn Liga-Runden unbesiegten spanischen Tabellenelften durch ein Kopftor des Italo-Urus Walter Pandiani 0:1.

Die Rote Laterne war dem Bundesliga-Schlusslicht schon vor dem Jahreskehraus sicher. Aber auch im vierten Anlauf in der Gruppe F war ihm der erste Punkt und damit eine 20.000 Euro-Prämie zum Pool-Startgeld von 70.000 Euro nicht gegönnt. Ein Fehler in der Vorwärtsbewegung im Mittelfeld, eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr - das war's! Die nicht in Bestbesetzung angetretenen Katalanen haben mit dem Maximum von sechs Punkten den Pool als Tabellenerster beendet. Ihnen wird am Freitag in Nyon ein Gruppen-Dritter für die Runde der letzten 32 zugelost.

Eine Stunde tapfer gewehrt

Etwa eine Stunde wehrten sich die Veilchen im ersten Europacup-Duell mit Espanyol tapfer, versuchten das zweite Tor in der Gruppen-Phase zu erzielten, den ersten Zähler zu ergattern und kamen zu der einen oder anderen Chance. Aber unter dem Strich blieb als einzige Ausbeute der Lasnik-Treffer im Heimspiel (1:4) gegen Zulte Waregem. "Wir haben alles gegeben, so gut wie möglich dagegen gehalten, doch dann sind wir körperlich zurückgefallen und der Gegner gab in der zweiten Hälfte mehr Gas", meinte Amateur Michael Madl, der erstmals mit den Profis hatte mitspielen dürfen.

Für Trainer Georg Zellhofer waren die letzten 90 Spielminuten des Jahres ein Spiegelbild der vergangenen Wochen und Monaten. Gegen Espanyol reichten die Kräfte wiederum nur etwa eine Stunde. "Einerseits waren die personellen Einschnitte im UEFA-Cup nicht leicht zu verkraften und andererseits haben einige Spieler körperliche Probleme bekommen. Wir haben mehr Spiele gehabt als alle anderen heimischen Vereine", sprach der Austria-Trainer nicht nur die physische Belastung bzw. Defizite an. Die Pause bis 2. Jänner sei zu kurz. "Die Spieler bräuchten einen Monat frei, müssten weg vom Fußball", fügte der Oberösterreicher hinzu.

"Gesehn, wie verunsichert sie sind"

Generalmanager Thomas Parits war von der Abschiedsvorstellung seiner Mannschaft in Barcelona ein bisschen schockiert. "Weil ich geglaubt habe, dass die Spieler im Gegensatz zur Bundesliga ohne Druck befreiter spielen würden. Doch man hat gesehen wie verunsichert sie sind, daher passierten viele Abspielfehler, funktioniert das Kombinationsspiel nicht", analysierte der 60-Jährige, der im Gegensatz zu den Spielern, die ihren Urlaub antraten, nach dem nächtlichen Rückflug am Donnerstag wieder in seinem Büro saß und voll Zuversicht und positiver Einstellung am Kader für das Frühjahr bastelte.

Es müsse einiges passieren, sonst gebe es im Frühjahr ein böses Erwachen. Der Burgenländer sprach damit die intensive Suche nach Verstärkungen an. Gemeinsam mit Zellhofer ackert er die bereits erstellte Liste jener Spieler durch, die den Veilchen helfen könnten. "Wir müssen im Jänner handeln, das ist der einzige Monat, in dem wir etwas bewegen können", erklärte der Ex-Teamspieler. Seine engsten Mitarbeiter und er selbst wollen sich nach Ablauf des internationalen Transfermarktes, der vom 1. bis 31. Jänner offen hat, keine Vorwürfe machen. (APA)