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Prinz Charles Napoléon will ins Parlament

Foto: AP/Euler
Fontainebleau - Ausgerechnet in Fontainebleau, wo der erste Kaiser der Franzosen einst seine Abdankungsurkunde unterzeichnete, will der bonapartistische Thronanwärter Prinz Charles Napoleon (56) bei den Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr kandidieren. Wie die Pariser Zeitung "Libération" am Donnerstag berichtete, tritt der Ururenkel des jüngsten Bruders von Kaiser Napoleon I. und Königs von Westfalen, Jerome Bonaparte, im Wahlkreis Seine-et-Marne mit Unterstützung der zentrumsbürgerlichen UDF gegen den langjährigen konservativen Abgeordneten Didier Julia (UMP) an, der seit 1967 in der Pariser Nationalversammlung sitzt.

Charles Napoleon war bereits Vizebürgermeister von Ajaccio, der korsischen Heimatstadt der Bonaparte-Dynastie, die 1870 mit der militärischen Niederlage gegen Preußen und der Exilierung des Kaisers Napoleon III. entthront wurde.

Royalistischer Thronprätendent Frankreichs ist der Graf von Paris, Henri, Ururenkel des "Bürgerkönigs" Louis-Philippe (1830-48) aus dem vom Bruder Ludwigs XIV. begründeten Hause Orleans. Der Hauptzweig der (heute noch in Spanien regierenden) Bourbonen starb mit Graf Heinrich V. von Chambord, dem Enkel Karls X., des reaktionären Bruders des im Zuge der französischen Revolution hingerichteten Ludwig XVI. im Jahr 1883 aus. (APA)