Wien - Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizei und Tierschützern um Anti-Pelz-Kundgebungen vor Kleider-Bauer-Filialen geht munter weiter. Nach wie vor meldet der Verein gegen Tierfabriken (VGT) Versammlungen en masse an, nach wie vor werden diese von der Behörde samt und sonders untersagt. Die Grünen wollen das Demoverbot für Pelzgegner mit einer eigenen Kundgebung, die für Montag angemeldet wurde, durchbrechen.

"Wenn die Polizei unsere Versammlung gegen Tierleid genehmigt, andere Kundgebungen aber nicht, misst sie mit zweierlei Maß", macht Brigid Weinzinger, die Tierschutzsprecherin der Grünen, die Probe aufs Exempel. Sie ist nach wie vor der Meinung, dass das derzeitige Demoverbot gegen die Versammlungsfreiheit verstoße. Eine parlamentarsiche Anfrage ans Innenministerium ist bereits in Arbeit.

Demos vor Kleider-Bauer-Geschäften verboten

Wie berichtet, hat die Polizei alle Demos unmittelbar vor Kleider-Bauer-Geschäften verboten, nachdem Anfang Dezember in einer Wiener Filiale alle Auslagen eingeschlagen oder verätzt worden waren. Man könne nicht ausschließen, dass bei Kundgebungen des VGT auch Vandalen auftauchen könnten, so die sinngemäße Begründung für die Verbote. Dass man die Versammlungsfreiheit zu häufig einschränke, will man sich aber nicht nachsagen lassen. Im Jahre 2005 gab es in Wien insgesamt 3639 Kundgebungen, nur 38 wurden untersagt, heißt es im zuständigen Büro.

Auch die jüngste Strategie der Tierschützer, Versammlungen für den Umweltschutz anzumelden, geht nicht auf. Sobald auch Pelzprotest-Plakate auftauchen, löst die Polizei die Kundgebung auf. Wer nicht gehorcht, dem drohen bis zu 200 Euro Strafe. (simo; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.12.2006)