Wien - Ab dem 1. Jänner 2007 greift erstmals die im Universitätsgesetz (UG) festgelegte neue Uni-Finanzierung. Dafür haben die 21 Universitäten in den vergangenen Monaten mit dem Bildungsministerium über die Verteilung des 5,7 Mrd. Euro schweren Gesamtkuchens für die Jahre 2007 bis 2009 verhandelt.

Zwischen Ministerium und Unis verteilt

Dieses Globalbudget (2007: 1,875 Mrd. Euro, 2008: 1,9 Mrd. Euro, 2009: 1,925 Mrd. Euro) wird - abgesehen von einem Gerätebudget für Medizin-Unis in Höhe von 62 Mio. Euro und einem "Einbehalt für Notfälle" wie etwa einen Zentralrechnerausfall in Höhe von insgesamt 30 Mio. Euro - auf zwei Töpfe verteilt. Das Gros der Gesamtsumme (80 Prozent, ca. 4,48 Mrd. Euro) wird auf Grund von Verhandlungen zwischen Unis und Ministerium über so genannte Leistungsvereinbarungen zwischen den Universitäten verteilt. Den kleineren Teil des Gesamtkuchens (20 Prozent, ca. 1,13 Mrd. Euro ) stellt das Formelbudget dar, das anhand von elf Indikatoren für vergangene Leistungen berechnet wurde.

Budget für Schwerpunkte und Innovationen

Inhalt der Leistungsvereinbarung sind laut UG einerseits die von der Universität zu erbringenden Leistungen und andererseits die Leistungsverpflichtung des Bundes (also vor allem die Finanzierung). Zu den von der Uni zu erbringenden Leistungen zählen u.a. strategische Ziele, Profilbildung und Universitätsentwicklung, Personalentwicklung, Forschung, Studien und Weiterbildung, gesellschaftliche Zielsetzungen, Erhöhung der Internationalität und Mobilität sowie interuniversitäre Kooperationen. Das Gros des 4,48 Mrd. Euro umfassenden Leistungsvereinbarungsbudgets, nämlich ca. 4,28 Mrd. Euro, wird für die Fortführung des Betriebs aufgewendet, also etwa Personalkosten. Die restlichen ca. 200 Mio. Euro stehen für neue Schwerpunkte und Innovationen zur Verfügung.

Projektfinanzierung

Dabei wurden vor allem Projekte unterstützt, mit deren Umsetzung die Unis bereits begonnen und eigene Mittel investiert haben bzw. die in Richtung Kooperation zwischen Hochschulen gehen. So gab es etwa Mittel für E-Learning-Initiativen, Fachdidaktik-Zentren, Programme zur Nachwuchsförderung, spezielle Forschungsschwerpunkte oder die strategische Kooperation zwischen Uni und TU Graz im Naturwissenschaftsbereich.

Aufteilung nach Leistungen

Das Formelbudget wurde dagegen für vergangene Leistungen vergeben: Anhand der Veränderung von elf Indikatoren wie z.B. Anzahl prüfungsaktiver Studenten innerhalb der vorgesehenen Studiendauer, Anzahl der Studienabschlüsse, Einnahmen aus drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten, Frauenanteil bei Professoren etc. wurde für jede Uni die Periode 2002/03-2004/05 mit 1999/00-2001/02 verglichen und anschließend die Veränderungen den Werten der anderen Unis gegenübergestellt: Je stärker sich eine Uni also im Vergleich zu allen anderen verbessert bzw. verschlechtert hat, desto höher bzw. niedriger wird ihr Anteil am Formelbudget. Je nach Performance haben die einzelnen Unis - verglichen mit einer Bewertung ohne Einbeziehung des Formelbudgets - ihr Gesamtbudget um bis zu 1,5 Prozent gesteigert bzw. bis zu 1,1 Prozent eingebüßt.

Weitere Mittel

Neben diesen regulären Mitteln bekommen die Universitäten noch Mittel für die Generalsanierung (500 Mio. Euro bis 2011), Hochschulraumbeschaffung (ca. 46 Mio. Euro jährlich) und die jeweiligen Bezugserhöhungen. Darüber hinaus erhalten die Medizin-Unis zusätzliche Gelder für den so genannten klinischen Mehraufwand und Geräte (ca. 205 Mio. Euro jährlich). (APA)